Neuer Umgang mit auffälligen Wölfen

Schneller und leichter auf „Problemwölfe“ reagieren zu können – dieses Ziel verfolgt Brandenburg und setzt auf eine neue Wolfsverordnung.

Wolf in der Natur

Foto: Nancy Steffens

Mehr Rechtssicherheit beim Thema Wolf: Um kritische Situationen mit dem streng geschützten Raubtier besser und schneller zu meistern, hat das brandenburgische Umweltministerium einen ersten Entwurf für eine Verordnung zur Entnahme von „Problemwölfen“ vorgelegt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Es geht nicht um eine Jagd auf Wölfe. Der Wolf ist geschützt und wir akzeptieren, dass er zurückgekehrt ist. Wir müssen aber handeln, wenn ein Wolf wie in Rathenow Ende letzten Jahres in Siedlungsbereiche vordringt oder wenn er zum Beispiel besonders geschützte Weidetieranlagen überwindet“, begründete Jörg Vogelsänger, Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, den Vorstoß. Der Wolf gebe seine Fähigkeiten schnell weiter. Übergriffe auf Weidetiere könnten dann zunehmen und erhebliche Schäden verursachen.

In Brandenburg sind derzeit 21 Rudel und zwei Paare beheimatet, was laut Umweltministerium rund ein Drittel aller Wölfe in Deutschland ausmacht. Aus diesem Grund sei auch der Handlungsdruck im Bundesland am größten. Bisher sind die Landkreise verantwortlich, wenn es um den Umgang mit „Problemwölfen“ geht. Sie verfahren nach aufwendigen Einzelfallentscheidungen. Das Ziel der neuen Verordnung ist es, zu ermöglichen, dass die Verwaltungen auf der Ebene der Kommunen, der Kreise und des Landes mithilfe eines einheitlichen Maßstabs rechtssicher und schnell auf kritische Situationen mit der streng geschützten Tierart Wolf reagieren können – „ohne ein bürokratisches Hin und Her“, heißt es vom brandenburgischen Umweltministerium.

Einen Monat lang haben Verbände nun Zeit, ihre Anregungen mit in die Verordnung einfließen zu lassen, bis sie nach einer „Phase einer umfangreichen Prüfung“ wirksam wird.

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