Neue Opfer für die Energiewende

Der bayerischen Halbammer geht es für 135 Kilowattstunden an die Substanz.

Das Flüsschen Halbammer, Quelle: Landesfischereiverband Bayern e. V.

Das Flüsschen Halbammer, Quelle: Landesfischereiverband Bayern e. V.

In Bayern geht es munter weiter mit dem Energie-Ausbau der letzten wilden Alpenflüsse. Jetzt ist die Halbammer dran. Während bei den Kraftwerksplänen an der berühmten Loisach Landesfischereiverband und BUND noch (vergeblich) um Natur und Artenvielfalt im FFH-Naturschutzgebiet prozessierten, gab es gegen das Kleinkraftwerk an der Halbammer bei Oberammergau nicht einmal Widersprüche. 

Gerade einmal 135 Kilowattstunden erhoffen sich die Betreiber vom Ausbau des Wildwassers, das über weite Teile des Jahres eher als Rinnsal durch die Berglandschaft plätschert. Zum Vergleich: Das Tesla Elektroauto X 100D verbrauchte im ADAC-Test 24 Kilowattstunden für 100 Kilometer.

Dass es unter dem Zeichen der Energiewende immer mehr bisher noch leidlich intakten Fließgewässern an die ökologische Substanz geht, ist auch mit Blick auf das in Bayern so erfolgreiche Insekten-Volksbegehren spannend. Wie wichtig naturbelassene Gewässer für das Überleben zahlreicher Insektenarten sind, spielt in der Mainstream-Debatte keine Rolle. Diese konzentriert sich lieber auf Kritik an der Landwirtschaft und auf Insekten, die an Windkraft-Rotoren ihr Leben lassen. 

Ironie des Schicksals: Nicht weit von der Halbammer, an der Loisach in Großweil, kommt der heftig umstrittene und dann doch genehmigte Kraftwerksbau nur äußerst schleppend voran. Die Natur hat sich gewehrt und eine der nagelneuen Turbinen gleich nach dem Einbau durch ein Hochwasser zerstört. „Da ist einfach der Wurm drin“, klagt der Geschäftsführer der Kraftwerksgesellschaft im Münchner Merkur. Aber auch vor den Hochwasser-Urgewalten der Loisach hatten Kritiker der Kraftwerkspläne im Vorfeld gewarnt.

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