Naturschützer plädieren für Waschbärjagd

Sie sind klein und gesellig, haben es aber faustdick hinter den Ohren: Waschbären richten in Nordrhein-Westfalen enorme ökologische Schäden an. Nun befürworten auch Nabu-Mitglieder die Jagd auf die Tiere.

Waschbären klettern hervorragend

Foto: PublicDomainPictures

Waschbären breiten sich bundesweit kontinuierlich aus. Auch vor Nordrhein-Westfalen machen die Kleinbären nicht halt. Mittlerweile kommen sie annähernd flächendeckend vor, haben aber ihre „Hot-Spots“ in Ostwestfalen-Lippe, dem Eggegebirge und im Sauerland. Als Allesfresser und geschickte Räuber erbeuten sie neben Singvögeln und Gelegen auch Kleinwild und Amphibien. Ihr Einfluss auf lokale Ökosysteme nimmt dabei gravierende Ausmaße an.

Das hat nun auch die Kreisgruppe Wesel des Nabu erkannt. Der Vorsitzende Peter Malzbender räumte gegenüber dem WDR ein, das man an der Jagd nicht vorbeikomme, „wenn wir die Population im Zaum halten wollen“. Nichts anderes sagt auch der Landesjagdverband: Die Schäden seien „massiv“. „Wir wollen sie nicht ausrotten“, so Andreas Schneider vom LJV, „aber es geht auch um die Bewahrung der Artenvielfalt.“ Durch die EU sind Waschbären als „nicht gewünschte invasive Art“ eingestuft. Sie werden entsprechend scharf bejagt: Mit Büchse, Flinte und auch Lebendfalle. Rund 16.000 Waschbären kamen so im Jagdjahr 2017/18 in dem Bundesland zur Strecke – ein Rekord!

Gerade die effektive Lebendfalle wird aber vom Nabu-Landesverband beharrlich abgelehnt, zumal die Bejagung eher noch die Reproduktion verstärke. Und auch Schäden durch die Raubtiere seien nicht „schlüssig“ nachgewiesen. Somit bleibt die Nabu-Kreisgruppe Wesel mit ihrer Einsicht wohl vorerst allein auf weiter Flur.

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