Nabu bejammert das Aus für Remmels Jagdgesetz

Aus Sicht der Naturschutzorganisation hat das umstrittene rot-grüne Gesetz „zu klaren Verbesserungen beim Natur-, Arten und Tierschutz geführt“.

Hochsitz

Foto: Dieter Hopf

So umstritten und unbeliebt es auch ist – eine Organisation steht weiter voll hinter dem „Ökologischen Jagdgesetz“ des früheren NRW-Umweltministers Johannes Remmel (Grüne): Der Nabu hat jetzt seiner Befürchtung Ausdruck verliehen, die von der neuen CDU/FDP-Landesregierung angekündigte Reform des Gesetzes könnte „ökologische Standards aufweichen“. Dass die Remmelschen Regeln sich in der jagdlichen Praxis vielfach als unbrauchbar erweisen und zudem bereits für verfassungswidrig erklärt wurden, ignoriert der Nabu dabei einfach.

Das seit Mai 2015 geltende NRW-Jagdgesetz habe „bundesweit ethische und ökologische Standards gesetzt und so zu klaren Verbesserungen beim Natur-, Arten- und Tierschutz geführt“, schreibt die Organisation. „Die vom Umweltministerium angekündigte erneute Novellierung für das kommende Jahr darf hinter dieses auf fachlicher Basis entstandene Niveau nicht wieder zurückfallen“, sagte der nordrhein-westfälische Nabu-Vorsitzende Josef Tumbrinck. Sowohl Jägerschaft als auch Justiz hatten da in den vergangenen Jahren ganz andere Ansichten zum rot-grünen Gesetz (wir berichteten hier und hier).

Der Nabu wies zugleich darauf hin, dass das aktuelle Jagdgesetz durchaus noch „handwerkliche Fehler“ enthalte: So seien die Überpopulationen bei Schalenwild und Wildschweinen trotz gestiegener Jagdstrecken „mit den herkömmlichen Jagdmethoden nicht in den Griff zu bekommen“. Der Nabu plädiere daher schon seit Langem dafür, die Jagdzeiten auf die Monate September bis Dezember zu beschränken und in diesem Zeitraum auf die „effektivere Drückjagd“ umzusteigen.

Darüber hinaus erhob der Nabu die Forderung, „künftig deutlich zwischen der Jagd als einer Form der Landnutzung und dem Wildtiermanagement als geeignetem Instrument für Konfliktlösungen im Bereich von wirtschaftlichen Schäden sowie bei Artenschutzmaßnahmen zu unterscheiden“. Für das Wildtiermanagement kommen aus Nabu-Sicht Neozoen wie Marderhund, Mink und Waschbär infrage, aber auch der Fuchs.

Die beabsichtigte Reform des rot-grünen Gesetzes hatte erst kürzlich der nordrhein-westfälische Umwelt-Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann bestätigt (wir berichteten). Dabei sprach er von einer „praxisorientierten Weiterentwicklung“ und erklärte, noch in der ersten Hälfte des neuen Jahres solle ein Referentenentwurf vorgelegt werden.

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