Müller-Schallenberg setzt Kampf fort

Ralph Müller-Schallenberg

Ralph Müller-Schallenberg

„Für uns ist dieses Landesjagdgesetz noch lange nicht erledigt!“ Die Losung, die Ralph Müller-Schallenberg den etwa 500 Teilnehmern des Landesjägertages zurief, gilt auch für ihn persönlich. Er wird auch die nächsten vier Jahre an der Spitze des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) stehen. Mit nur einer Gegenstimme bestätigten die Mitglieder ihn im Eurogress Aachen als Präsidenten. Sie honorierten damit die bisherige Arbeit.

Müller-Schallenberg bezeichnete seine Tätigkeit als  anhaltenden „Abwehrkampf in Politik, Gesellschaft und vor Gericht“ und versprach: „Wir werden keine Ruhe geben, bis wir jagdpolitisch zu anderen Verhältnissen in NRW kommen.“ Dabei sieht er seinen Verband kampagnenfähiger als jemals zuvor und setzt erkennbar auch auf andere Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl. Immerhin sei der LJV „genervt von der Arroganz“ der derzeitigen rot-grünen Mehrheit in Düsseldorf. 

Doch bereits vor dem Urnengang der Bürger im Mai kommenden Jahres wird sich die Politik erneut mit der umstrittenen Gesetzesnovelle von Umweltminister Johannes Remmel beschäftigen müssen. Denn die vom LJV gestartete Volksinitiative ist mehr als erfolgreich (wir berichteten). 117.000 testierte Stimmen haben die Jäger gesammelt. Das sind fast doppelt so viele, wie erforderlich sind, um den Landtag zur erneuten Befassung mit dem Thema zu zwingen. Dass es gelungen sei, die Jägerschaft, aber auch Teile des ländlichen und städtischen Raums zu mobilisieren und damit die Jagd zum „Thema der allgemeinen politischen Agenda“ zu machen, verbuchte der Präsident als LJV-Erfolg.

Unterstützt wird Müller-Schallenberg künftig von einem in drei Positionen neu besetzten Präsidium. Justiziar Hans-Jürgen Thies löst Hermann Hallermann ab. Er hat bereits im Kampf gegen das sogenannte Ökologische Jagdgesetz im engen Schulterschluss mit Müller-Schallenberg zusammengearbeitet (Hans-Jürgen Thies im Interview mit Outfox-World). Als Beisitzer für den Regierungsbezirk Arnsberg folgt Jürgen Schulte-Derne auf Karl-Heinz Reinke. Franz-Josef Schulze Thier löst Rolf Knäpper ab als Vertreter des Regierungsbezirks Münster. Weiter im Amt sind der zweite Vizepräsident Georg Kurella, Schatzmeister Dr. Peter Bottermann sowie Berthold Antpöhler, Gerhard Thomas und Dr. Heiner Breickmann als Beisitzer für die Regierungsbezirke Detmold, Düsseldorf und Köln.

Landesjägertag NRW 2016

Mit nur einer Gegenstimme bestätigten die Mitglieder Müller-Schallenberg als LJV-Präsidenten.

Dass die Jäger und ihre Verbandsspitze nicht alleine stehen, hatte Gastredner Bernhard Conzen betont. „Müsste der Staat all das mit Steuergeld regeln, er wäre heillos überfordert“, verwies der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes auf das Engagement der Waidmänner und -frauen für Natur und Umwelt. Er forderte „Maß und Vernunft“ bei der Wiederansiedlung des Wolfes und die Einbindung der Jäger in notwendige zugehörige Konzepte. Müller-Schallenberg bekräftigte jedoch am Rande der Veranstaltung, der LJV wünsche keine Übernahme von Isegrim ins Jagdrecht. Und keinesfalls solle ein Jäger schießen, wenn ein Problemwolf getötet werden müsse. „Wer die Rückkehr des Wolfes möchte und vorantreibt, ist auch zuständig, wenn es darum geht, diesen Prozess zu lenken und steuernd einzugreifen“, betonte er.

Wenig Verständnis hat er für CSU-Chef Horst Seehofers Blockade einer umfassenden Überarbeitung des Bundesjagdgesetzes (wir berichteten). Statt einer Reform, die etliche umstrittene NRW-Regelungen im Sinne der Jäger dauerhaft entschieden hätte, werde es nun vor der Sommerpause nur eine Mini-Reform geben, die das Führen halbautomatischer Waffen regelt. Vor diesem Hintergrund forderte Müller-Schallenberg den anwesenden Ministerialrat Walter Schmidt aus dem Umweltministerium auf, die Praxis des derzeit geforderten Schießfertigkeitsnachweises für die Teilnahme an Gemeinschaftsjagden auf Schalenwild bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes auszusetzen.

Wenig glücklich sind die Nordrhein-Westfalen auch mit der Entscheidung des Deutschen Jagdverbandes, den DJV-Anteil am Mitgliedsbeitrag um fünf Euro zu erhöhen. Nachdem der LJV gerade erst seinen Anteil am Mitgliedsbeitrag um 20 Euro angehoben hat, brauche er einfach Zeit, den Mitgliedern die Notwendigkeit der DJV-Entscheidung zu erklären.

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