Mischlingsspuren auch in Norwegen

Ein Hamburger Gen-Labor beflügelt die Wolfsdebatte bis in den hohen Norden.

DNA-Analysen lassen immer wieder die Frage aufkommen, wieviel Wolf eigentlich in den europäischen Wolfsbeständen vorhanden ist.

DNA-Analysen lassen immer wieder die Frage aufkommen, wieviel Wolf eigentlich in den europäischen Wolfsbeständen vorhanden ist. (Foto: Arek Socha/MRCat/mlz)

Helle Aufregung und blankes Entsetzen wegen der DNA-Analyse norwegischer Wölfe: Das Hamburger ForGen-Institut fand Spuren von Hunden und französischen Tierpark-Wölfen. „ForGen“ entwickelt sich damit zum Angstgegner der kompromisslosen Pro-Wolf-Szene in ganz Europa. Die Hamburger sind längst das Referenzlabor für Kritiker der offiziellen Raubtierpolitik – von Frankreich bis zum Finnischen Meerbusen. 

Für die Untersuchungen an norwegischen Wölfen sammelten Weidetierhalter und Jäger Geld und DNA-Spuren. Die Analyse in Hamburg erhärtet zudem den sattsam bekannten Verdacht, dass bei der „Heimkehr“ der Raubtiere nachgeholfen wurde: Die Hightech-Ahnenforschung ergab auch Spuren aus Lettland. Und dort vermuten Kritiker eine „Wiege“ der neuen skandinavischen Population. 

Wie in Deutschland und Frankreich entlädt sich der Zorn nicht nur in Internet-Hasskommentaren, sondern auch in Zweifeln von Experten an der Kompetenz des privaten Hamburger Instituts. Nur: Im Gegensatz zu vielen anderen Gen-Laboren erfüllt ForGen höchste Akkreditierungsstandards in der Gerichtsmedizin. 

Dass Gutachten der Hamburger zwar ausreichen, um Verbrecher hinter Gitter zu bringen, aber im Wolfsstreit nicht gelten sollen, gehört zum Kern der Auseinandersetzung. Hauptkritikpunkt, nun auch in Norwegen: ForGen verfügt nicht über das Referenzmaterial staatlicher Institutionen.  

Die Hamburger arbeiten mit der Datenbank „Blast“ des „National Center for Biotechnology Information“ in den USA. Dort werden weltweit gesammelte DNA-Proben archiviert und sind – im Gegensatz zu manchen nationalen Referenzen – öffentlich zugänglich. 

In Deutschland erregte zuletzt ein Allgäuer Landrat Aufsehen: Nach Nutztierrissen ließ er Proben nicht nur ans offizielle Senckenberg-Referenzlabor im hessischen Gelnhausen schicken, sondern auch an ein Labor in Österreich. Das Ergebnis, dass Wölfe am Werk waren, kam ungewöhnlich schnell – auch aus Hessen. 

Bei ForGen nehmen sie die Sache eher sportlich. Sie veröffentlichen auf ihrer Facebook-Seite aktuelle Akkreditierungsurkunden und verweisen auf langjährige Expertise mit Abstammungsnachweisen für Hundeartige, also auch für Wölfe.  

Unsere Empfehlung: Selbst ein Bild machen unter „Qualität, Objektivität und Transparenz – das forensisch-rechtsmedizinische Konzept von ForGen“.

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