Milder Winter: Schwarzwild vermehrt sich rasant

Jäger und Landwirte in Mittelsachsen befürchten aufgrund des milden Winters eine rasante Vermehrung des Schwarzwildes. „Es wird 2016 großen Zuwachs geben, wenn sich das Wetter nicht noch radikal ändert“, sagte Matthias Petzold, Vorsitzender des Jagdverbandes Rochlitzer Land, gegenüber der „Freien Presse“.

Aufgrund der guten wetterlichen Bedingungen würden die Sauen nicht nur sehr früh im Jahr frischen. Die Überlebenschancen der Frischlinge lägen auch bei fast 100 Prozent, erläuterte Petzold.

Der sächsische Landesjagdverband beziffert die Reproduktionsrate bei Wildschweinen dem Bericht zufolge auf 260 bis 300 Prozent, wenn sämtliche günstigen Bedingungen zusammentreffen – und das trotz steigender Abschusszahlen. Die Jäger und Landwirte in Mittelsachsen wollen angesichts des massiven Schwarzwild-Zuwachses nun intensiver zusammenarbeiten. Geplant sind laut dem Bericht mehr revierübergreifende Jagden, das vermehrte Schießen von jüngeren Tieren sowie ganzjährig gezielte Jagdmaßnahmen auf gefährdeten Flächen.

Auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart bereitet das Schwarzwild den Verantwortlichen jede Menge Kopfzerbrechen. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, will der Leiter des städtischen Forstamts aktiv gegensteuern, um eine Plage wie etwa in Berlin zu vermeiden. In den sieben Jahren, in denen er für die Landeshauptstadt arbeite, sei das Thema noch nie so groß gewesen wie jetzt, sagte Hagen Dilling der Zeitung. „Wir haben uns hier in Stuttgart nichts vorzuwerfen. Aber die Jagd ist harte Arbeit, kein Zuckerschlecken und erst recht keine Zauberei.“

Passend dazu hat das Jagdteam Pommern gerade erst massive Schwarzwild-Schäden auf dem Darß an der Ostseeküste dokumentiert. Zu sehen in folgendem Youtube-Video.

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