Mehr Wölfe, mehr Schäden

Zahl der Wolfsangriffe stieg in einem Jahr um knapp 66 Prozent.

Wolfsrudel

Foto: Wikilmages

Eine einfache und leicht nachzuvollziehende Rechnung: Je mehr Wölfe es gibt, desto mehr Schäden werden durch sie verursacht. Dies belegt der aktuelle Bericht „Wolfsverursachte Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen in Deutschland 2017“ der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) eindeutig.

Waren es im Jahr 2016 noch bundesweit 60 offiziell bestätigte Wolfsrudel, 13 Wolfspaare und drei residente Einzelwölfe, so steigerte sich deren Zahl auf 73 Wolfsfamilien und 30 Wolfpaare in nur einem Jahr. Nur die Zahl der Einzelwölfe blieb konstant. Setzt sich dieser Trend fort, so könnte der Bericht für das Jahr 2018 bereits über 100 Wolfsfamilien aufweisen. Die meisten Wölfe leben dabei derzeit in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Bei diesen Zahlen verwundert es auch nicht, dass es im Jahr 2017 zu genau 472 Übergriffen auf Nutztierarten gekommen ist, die eindeutig Wölfen zugeordnet werden konnten. Eine Steigerung um knapp 66 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurden 1.667 Tiere getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet. Es sind zu knapp 86 % Schafe und Ziegen, die des Wolfes leichte Beute werden, gefolgt von Gehegewild (9 %) und Rindern (4,8 %).

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einer Pressemitteilung, ob dieser „drastischen Zahlen“, eine „wildökologische Raumplanung für den Wolf, die auch Wolfausschlussareale beinhaltet“.

Der DJV beziffert die Zahl der in Deutschland lebenden Wölfe auf über 1.000 Exemplare und warnt davor, dass sich dieser Bestand im Laufe der kommenden drei Jahre verdoppeln könne. Um eine exponentielle Steigerung an getötetem Nutzvieh zu verhindern, sieht der DJV dringenden Handlungsbedarf und empfiehlt in einem Raumplanungskonzept, dass zukünftig „in urbanen Gebieten, im alpinen Raum oder bei Weidetierhaltung mit großem Konfliktpotenzial keine territorialen Wolfsrudel geduldet werden“. In „Wolfsmanagementarealen“ solle der Wolf grundsätzlich geduldet werden und in „Wolfsschutzarealen“ solle sich der Wolf unbeeinflusst entwickeln können.

Würden alle Bundesländer die empfohlenen Maßnahmen beherzigen, so stünde einem aktiven Bestandsmanagement nach Vorbild der skandinavischen Schutzjagd nichts mehr im Wege.

Den Bericht „Wolfsverursachte Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen in Deutschland 2017“ der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) können Sie hier einsehen.

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