Mehr Luchse für Bayern gefordert

Luchs

Die Auswilderung von Wildtieren ist ein umstrittenes Thema. Gerade was Großraubtiere wie den Luchs angeht, gehen die Meinungen stark auseinander: Während die Luchsfreunde sich über jedes neue Exemplar freuen, mehren sich bei anderen Beteiligten die Sorgen. 

Sowohl Jäger und Landwirte als auch die Politik stehen der aktiven Wiederansiedlung der Raubkatze kritisch gegenüber. Die Bayerische Staatsregierung schließt eine aktive Auswilderung bisher aus. Gegen eine natürliche Ausbreitung sei aus ihrer Sicht aber nichts einzuwenden. Der Großraubwild-Experte Ulrich Wotschikowsky befürwortet jedoch, bei der Ausbreitung des Luchses nachzuhelfen: Der Süddeutschen Zeitung sagte er, die Raubkatzen seien eine der spektakulärsten Tierarten und die Bevölkerung hege eine „sehr große Sympathie“ für sie. In den Wäldern und Mittelgebirgen in Bayern gäbe es für die Wildkatzen mehr als genug Platz. 

Laut Wotschikowsky seien die 29 Tiere, die sich aktuell in der Region bewegen, zu wenig für eine natürliche Ausbreitung. Wenn der Luchs nicht aktiv unterstützt werde, bestehe die Gefahr, dass der kleine Bestand im Bayerischen Wald ganz verschwinde. Um das zu verhindern, will er auch in den Mittelgebirgen Rhön, Spessart und Steigerwald weitere Luchsreviere identifizieren, um dort Tiere auszusetzen.

Der Bund Naturschutz (BN) sieht das genauso: Zuletzt hat der Naturschutzbund die Initiative „Der Luchs soll wiederkommen“ ins Leben gerufen. Damit fordert der BN, dass in den bayerischen Mittelgebirgen und den Alpen alsbald 40 Luchse ausgewildert werden sollen, um die flächendeckende Ausbreitung der streng geschützten Wildkatzen sicherzustellen. 

Es wäre die erste Aktion ihrer Art seit 45 Jahren: 1971 wurden im Bayerischen Wald im Zuge der Gründung des Nationalparks einige der Raubkatzen freigelassen. Zusammen mit den Tieren aus dem angrenzenden Tschechien bildeten sie die Basis für die heutige Luchspopulation im östlichen Bayern. In der Region gibt es laut Angaben der Süddeutschen Zeitung aktuell 29 Exemplare.

Ohne die ausdrückliche Zustimmung der Bevölkerung sowie der Jäger und Bauern in den jeweiligen Regionen bleibt eine solche Aktion jedoch reine Utopie. Die scheuen Raubkatzen sind in Bayern bereits wiederholt Wilderern zum Opfer gefallen (wir berichteten); das zeigt deutlich, dass die dortige Bevölkerung vielleicht doch nicht nur positive Gefühle für den Luchs hegt. Auch in Österreich gab es bereits einige Fälle von Luchs-Wilderei.

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