Mehr Flächen für Wisente?

Der WWF sieht in Deutschland ausreichend Platz für wild lebende Wisente – eine neue Studie soll dies belegen.

Bison auf Weide

Foto: Kathy2408

Wisente sollen in Deutschland mehr Fläche bekommen – das schließt zumindest der WWF aus einer Studie der Berliner Humboldt-Universität, die die Naturschutzorganisation in Auftrag gegeben hatte. Der Pressemitteilung des WWF zufolge machten die Forscher zehn Gebiete aus, in denen es ein großes Potenzial für eine Wiederansiedlung gebe. Regionen wie der Müritz-Nationalpark, der Harz oder der Pfälzerwald böten die passenden Lebens- und Rückzugsräume . „Unter ökologischen Gesichtspunkten gibt es in Deutschland genügend Platz für den Wisent“, erklärt Dr. Diana Pretzell, die Leiterin des WWF-Naturschutzes für Deutschland.

Doch Pretzell ist sich bewusst, dass eine Wiederansiedlung von der Akzeptanz der Menschen abhängt: „Jetzt kommt es darauf an, ob die Bevölkerung in den potenziellen Wisent-Regionen sowie die Politik eine Rückkehr der einst ausgerotteten Wildrinder wollen.“

Die Bedenken der Naturschützerin könnten nicht ungerechtfertigt sein. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Streitigkeiten um eine Wiederansiedlung des ehemals ausgerotteten wild lebenden Wisents gegeben. So zog ein Wisent-Projekt im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge eine Klage von Waldbauern nach sich. Die Tiere hatten immense Schälschäden an den Bäumen der Bauern angerichtet (wir berichteten). Das Urteil verpflichtete den Trägerverein des Projektes, „geeignete Maßnahmen“ gegen die Wisente in den Wäldern der Bauern zu ergreifen (wir berichteten). Dennoch stuften die Richter die Wisente als wild lebende Tiere einer besonders geschützten Art ein, womit die Bauern generell einer Duldungspflicht unterliegen.

Angestoßen wurde das Wisent-Projekt vom ehemaligen NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Er erntete dafür harte Kritik, da es keine Auswilderungsgenehmigung im jagdrechtlichen Sinne gab. Trotzdem verteidigte er in einem Interview mit Outfox-World das Projekt als ein „bedeutendes Artenschutzprojekt“ (wir berichteten). Er begrüße das Vorhaben einer freilaufenden Wisentherde.

Doch auch Privatleute hatten bereits mit dem wilden Tier zu kämpfen. Neben einer Wanderin (wir berichteten) wurde auch ein Jagdpächter von einem Wisent angegriffen. Gegenüber Outfox-World berichtete er von der Attacke und betonte, dass „man einfach auf die Gefahren hinweisen muss“ (wir berichteten).

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