Lizenzjagd auf 44 Wölfe

Norwegen lässt weitere Ausbreitung der Raubtiere nicht zu und hält an „Wolfszonen“ fest

Insgesamt 44 Wölfe dürfen in Norwegen geschossen werden (Foto: David Marck/mlz)

Insgesamt 44 Wölfe dürfen in Norwegen geschossen werden (Foto: David Marck/mlz)

  • Norwegen erlaubt Abschuss von 44 Wölfen im Rahmen der regulären Lizenzjagd.
  • Ärger – auch mit schwedischen Naturschutzbehörden ist vorprogrammiert.

Während dieses Jahr in Schweden bisher sämtliche Anträge auf Lizenzjagd abgewiesen wurden, hält Norwegen an seiner rigiden Raubtierpolitik fest. Außerhalb der sogenannten Wolfszonen werden neue Rudel konsequent bejagt. Als Richtwert für einen gemeinverträglichen Bestand gelten dort 100 erwachsene Tiere.

Gerätselt werden darf über die Frage, warum der Wolfsbestand in Schweden trotz Jagdverbot laut offizieller Zählung leicht abgenommen hat – in Norwegen hingegen trotz Lizenzjagd deutlich zugenommen. Mögliche Erklärung: Die Schutzjagd, die in Schweden zur Abwehr verhaltensauffälliger Wölfe unter strengen Bedingungen erlaubt wird.

Seit geraumer Zeit beklagen Wolfskritiker, dass solche Schutzjagden in den Randzonen der schwedischen Ballungsgebiete großzügiger genehmigt werden als in den ländlichen Wolfsregionen. Dies führe in der Praxis zu ähnlichen Verhältnissen wie im Nachbarland Norwegen mit seinen Wolfszonen.

Wahr ist, dass die drei skandinavischen Länder die Rentierweidegebiete im Norden wolfsfrei halten. Schweden und Finnland haben sich dieses Recht bei den Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union gesichert. Norwegen, das nicht zur EU gehört, geht noch weiter und gibt der Weidelandnutzung generell weitgehend Vorrang gegenüber der Wiederansiedlung großer Raubtiere.

Zugleich gelten in Norwegen extrem strenge Auflagen zur Lizenzjagd auf Wölfe: Der Einsatz von Suchhunden ist verboten, sogar deren Training strafbar. Der Ermittlungsdruck nach illegalen Abschüssen ist mit dem harten Vorgehen der schwedischen Polizei und Justiz vergleichbar.

Bemerkenswert:  Eben hat in Schweden die Lizenzjagd auf 240 Braunbären begonnen. Im Vergleich zur Wolfsjagd halten sich Proteste und Gerichtsverfahren in Grenzen. Obwohl „Problembären“ auch in Nordeuropa ziemlich selten sind.

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