Landwirte fragen: Was ist an Peta gemeinnützig?

Wegen „pauschaler Kriminalisierung“ von Jägern will der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern den Tierrechtlern die Gemeinnützigkeit aberkennen lassen.

Wildschweine vor Hochsitz

Foto: Carol Scholz

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem die Tierrechtsorganisation Peta nicht eine Anzeige gegen eine Drückjagd erstattet. Und das immer ohne Aussicht auf Erfolg (wir berichteten). Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat die „pauschale Kriminalisierung“ von Jägern jetzt satt. Die Landwirte fordern, Peta den Status der Gemeinnützigkeit abzuerkennen.

In einer Pressemitteilung wirft der Verband den Tierrechtlern vor, es habe für sie „System, Jäger öffentlich anzuprangern“. Die konkreten Umstände der jeweiligen Jagd spielten dabei keine Rolle. Für die Landwirte hingegen sind die momentan stattfindenden Drückjagden wichtig – vor allem, um die hohen Schwarzwild-Bestände zu verkleinern und so die Gefahr von Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu verringern.

Aus Sicht des Bauernverbands missbraucht die Organisation Peta ihren Gemeinnützigkeitsstatus, beschäftigt „mittlerweile in guter Regelmäßigkeit“ auf Kosten des Steuerzahlers die Strafverfolgungsbehörden – „und vergisst dabei nicht, kräftig für Spendengelder zu werben“. Den Tierrechtlern fehle es an „Mitgefühl für Menschen“, schreibt der Verband. „Oder sollte Peta entgangen sein, dass auch vor dem Hintergrund von über 100 Wildunfällen allein in den letzten zwei Monaten auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns eine effektive Wildbestandsregulierung nötig ist?“

Für die Landwirte ist es unverständlich, „dass radikale Tierrechtsorganisationen wie Peta durch den Gemeinnützigkeitsstatus subventioniert werden“. Eine Überprüfung der Voraussetzungen durch die zuständige Finanzbehörde und die Aberkennung als gemeinnütziger Verein erscheine überfällig. 

Gegenüber dem NDR zeigte sich der Peta-Rechtsexperte Edmund Haferbeck gelassen. Die Forderung nach Aberkennung der Gemeinnützigkeit bezeichnete er als „hinterwäldlerisch“. Man sollte eher die Gemeinnützigkeit des Bauernverbandes überprüfen, sagte Haferbeck.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!