Kurzer Bären-Prozess im Rentier-Weidegebiet

Rentier-Schutz in Schweden: Nach einer knappen Woche war der schwedische Problembär tot

Ein Braunbär (Beispielbild: Robert Balog)

Ein Braunbär (Beispielbild: Robert Balog)

So schnell geht das in Schweden: Nur eine Woche nachdem er in einen Rentier-Pferch eingedrungen war, lag ein Problembär auf der Strecke. Mit behördlicher Genehmigung erlegt durch ortsansässige Jäger.

In der Nacht zum 1. April war der kapitale Braunbär zuletzt zu Schaden gegangen im Gebiet der Jämtland-Gemeinde Bräcke. Noch vor Ostern kam der Schutzjagd-Bescheid aus der Provinzverwaltung. Nach 40 Minuten Pirschjagd hatten die ortskundigen Jäger den Auftrag erledigt.

Im Bereich Bräcke weiden rund 1.400 Rentiere. Zugleich gehört die Provinz Jämtland zu den Landstrichen mit Schwedens höchster Braunbären-Dichte. Der Bestand wird auf rund 900 Tiere geschätzt. Das Minimum für den „Günstigen Erhaltungszustand“ ist mit 360 Tieren festgelegt. Der Bestand wird alle Jahre durch eine reguläre Lizenzjagd kontrolliert.

Der Bär, ein „Männchen“ wog direkt nach dem Winterschlaf 263 Kilo, berichtet das Magazin „Svensk Jagd“. Im Herbst dürfte er um die 340 Kilo gewogen haben. Er war damit wohl noch schwerer als der berühmte „Ragunda-Bär“, der mit einem Herbstgewicht von 325 Kilo als kapitalster bisher in Skandinavien erlegter Braunbär gilt – und ausgestopft im Wirtshaus der kleinen Gemeinde Stugun bestaunt werden kann.

Neuen Zündstoff bringt der Abschuss auch für eine hitzige Diskussion: Während Gastwirte händeringend nach Bären-Wildbret suchen (und sehr gut dafür bezahlen) werden bei der Schutzjagd erlegte Tiere nach obligatorischer Obduktion ausnahmslos im Krematorium der Veterinär-Universitätsklinik verbrannt.

In den Rentierweidegebieten werden Raubtierabschüsse generell zügig genehmigt. Zumal im Spätwinter, wenn die Rentierherden ausgehungert sind und hochträchtigen Muttertiere besonders empfindlich auf Störungen reagieren.

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