Krähenangriff in Neumünster: Bürokratie und Vandalismus

Ein Krähen-Angriff sorgt seit vergangenem Dienstag für mächtig Trubel in der schleswig-holsteinischen Stadt Neumünster. Dort wurde ein fünfjähriges Mädchen im Garten der Kita Schubertstraße von dem Rabenvogel attackiert und blutig gepickt. Nachdem ein Notarzt die Kopfwunde versorgte, wurde das Opfer von seinen Eltern ins Krankenhaus gefahren, berichtet der Holsteinische Courier.

Um weitere Vorfälle dieser Art zu verhindern, hat die Kita ihren Kindern auf Anordnung der Stadt mittlerweile Ausgangsverbot erteilt. Während Behörden und Jäger bislang von einer handzahmen Krähe ausgehen, herrscht unterdessen noch keine Klarheit darüber, ob es sich um eine Rabenkrähe oder eine geschützte Saatkrähe handelt. Beide Arten verhalten sich in der Natur normalerweise scheu und halten Distanz zum Menschen. Viel spreche dafür, dass der gesuchte Vogel ein von Menschenhand aufgezogenes Einzelexemplar sei, sagte unterdessen Anja Schubring von der Unteren Naturschutzbehörde gegenüber der Zeitung. Für diese Annahme sprechen die Beobachtungen mehrerer Anwohner, die in den letzten Wochen des Öfteren eine handzahme Krähe gesichtet hatten, die sogar aus der Hand fressen soll. Um zweifelsfrei zu klären, welche Krähe das Mädchen attackierte, hat ein Jäger an Ort und Stelle eine Fotofalle aufgehängt. Von der Feststellung der Krähenart hängt das weitere Vorgehen in diesem Fall maßgeblich ab. Handelt es sich um eine Saatkrähe, muss bei der Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden; gehört der Vogel zu den Rabenkrähen, ist die Jagdbehörde zuständig.

Das Bemühen um eine Lösung des Krähen-Problems hatte für den Jäger, der die Wildkamera installierte, indes persönliche Konsequenzen. Im Zuge einer offensichtlichen Protestaktion gegen das Vorgehen wurde einer seiner Autoreifen zerstochen.

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