Kormoran: Niedersachsen setzt weiter auf die Jagd

Kormoran frisst Fisch

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Die Jagd auf Kormorane bleibt in Niedersachsen erlaubt, ähnlich wie in Rheinland-Pfalz und Baden-Württtemberg. Wie NWZ Online berichtet, einigte sich der Umweltausschuss des Landtags jetzt einstimmig darauf, die Kormoranverordnung fortzuführen, die ansonsten zum Ende des Jahres ausgelaufen wäre. Die Fischräuber dürfen nun auf allen Binnengewässern mit Fischereirecht für weitere drei Jahre bejagt werden.

Als „längst überfällig“ kritisierte der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens die Entscheidung in einer Pressemitteilung. „SPD und Grüne haben sechs Monate fraktionsinterne Gespräche geführt. Offenbar wollten die Regierungsfraktionen aus Rücksicht auf die Grünen-Wähler einer Verlängerung der Kormoranverordnung nicht vor den Kommunalwahlen zustimmen.“ Die wirtschaftliche Existenz von Fischern, Teichwirten und Fischzüchtern werde durch die Verlängerung der Kormoranverordnung gesichert, betonte Deneke-Jöhrens.

Laut NWZ Online verlangte der grüne Umweltpolitiker Hans-Joachim Janßen eine „bessere Datenlage“ zu Kormoran-Schäden. Die Erkenntnisse seien bislang „vergleichsweise dünn“. Der Deutsche Fischerei-Verband hatte sich erst kürzlich gänzlich anders geäußert (wir berichteten): Wegen des „beängstigenden Zustands“ zahlreicher Fischpopulationen forderte der Verband von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und EU-Umweltkommissar Karmenu Vella, unverzüglich Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Kormorane zu ergreifen.

Dem Zeitungsbericht zufolge befasste sich der niedersächsische Umweltausschuss auch mit einem weit strittigeren Punkt: den drohenden Angelverboten im Zuge der „Natura 2000“-Richtlinie der EU. So bezeichnete der FDP-Umweltexperte Gero Hocker das drohende Verbot, an Fließgewässern zu angeln, als „Schlag ins Gesicht der Angler“. Die CDU forderte laut dem Bericht „möglichst wenig Angelverbote“. Insbesondere dank des Engagements von Angelverbänden hätten etwa Bäche wieder die Qualität, die sie verdienten.

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