Kontroverse Themen beim Bundesjägertag

Der Bundesjägertag 2018 in Bremen ist zu Ende. Neben Wolf, Artenvielfalt, Afrikanischer Schweinepest und der Zusammenarbeit von Jägern, Landwirten und Naturschützern wurden auch die Übergriffe von Tierrechtlern diskutiert.

Delegiertenversammlung beim Bundesjägertag in Bremen

Foto: Kapuhs/DJV

„Die Marke Jagd auf neuen Wegen“: Unter diesem Motto hatte der Deutsche Jagdverband (DJV) am 14. und 15. Juni zum alljährlichen Bundesjägertag ins Kongresszentrum in Bremen eingeladen. Rund 400 Gäste aus ganz Deutschland diskutierten  darüber, was die Jagd aktuell beschäftigt – darunter Delegierte der Jagdverbände, Vertreter von Verbänden sowie Landes- und Bundespolitiker. Hier finden Sie alle wichtigen Themen in der Zusammenfassung. 

Artenschutz

Direkt zum Einstieg führte ein Ausflug ins Bremer Blockland, wo die Besucher hautnah erleben konnten, wie eine erfolgreiche Kooperation von Naturschützern und Jägern aussehen kann. Im 3.000 Hektar großen Blockland, wo Polderflächen als Grünland bewirtschaftet werden, arbeiten Jäger und Vertreter vom BUND Hand in Hand, um seltene Wiesenbrüter zu schützen. Weil die Projektbeteiligten die Lebensräume verbessern und Füchse konsequent bejagen, hat sich die Zahl der Brutvögel dort seit 2013 verdoppelt.

Afrikanische Schweinepest

Auch eine bessere Vernetzung mit Landwirten wurde in Bremen gefordert. Dies betrifft nicht nur Projekte im Bereich Artenschutz und Biodiversität, sondern vor allem die wachsende Wildschweinpopulation und die drohende Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Dabei zogen die Vertreter der Verbände auch die Politik in die Verantwortung: Um eine effektive Bejagung des Schwarzwilds zu ermöglichen, müsse einerseits die Kommunikation zwischen Landwirten und Jägern verbessert werden, andererseits müssten Landwirte beim Anlegen von Jagdschneisen finanziell unterstützt werden.

Wolf

Trotz mitunter gegensätzlicher Positionen innerhalb der Jägerschaft untermauerte der DJV seine Forderung, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. „Wir sind der Überzeugung, dass es einen einheitlichen, gesamten Wolfsmanagementplan geben muss, der auch nicht an den deutschen Grenzen aufhören darf“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer bei der Podiumsdiskussion am Freitag.

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Zugleich forderte Fischer eine stärkere Rückendeckung der Politik, insbesondere wenn problematische oder scheulose Wölfe getötet werden müssen. Er nahm Bezug zum Fall eines niedersächsischen Jägers, der einen Wolf auf Weisung des Umweltministeriums „letal entnehmen“ musste und dann von selbst ernannten Tierschützern und Wolfsfreunden bedroht und beschimpft wurde. „Da warten wir dann auch auf die Unterstützung seitens der Politik“, so Fischer.

„Nur weil ich fordere, dass der Wolf ins Jagdrecht soll, bin ich noch lange kein Wolfsgegner“, äußerte sich Jürgen Hammerschmidt, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), zur überspitzten Aufteilung in Wolfsfreunde und Wolfsgegner. „Wir wollen den Wolf, wenn es notwendig ist, reduzieren.“

Tierrechtler

Sie gehören inzwischen fast zu jeder jagdlichen Veranstaltung dazu: radikale Jagdgegner, die Menschenrechte für Tiere durchsetzen wollen oder Jäger öffentlich verunglimpfen. Auch beim Bundesjägertag waren die Tierrechtler von Peta und Co. wieder ein Thema. DJV-Präsident Fischer berichtete von den Erlebnissen einer Jungjägerin, die einem Shitstorm in sozialen Medien zum Opfer gefallen war, nachdem sie ein Erlegbild von einem Fuchs gepostet hatte (wir berichteten). Fischer erklärte, solche Beleidigungen „können und werden wir nicht tolerieren“.

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