Kompromissloser Remmel bringt Waldbauern in Rage

Johannes Remmel

Foto: Bernd Schälte/Bildarchiv des Landtags NRW / Nordrhein-Westfalens grüner Umweltminister Johannes Remmel

In der Diskussion um den umstrittenen Entwurf für sein Landesnaturschutzgesetz hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sich der Initiative „Naturschutz mit Augenmaß“ gestellt. Seine Gastgeber äußerten sich anschließend jedoch enttäuscht. Remmel habe sich „erneut wenig kompromissbereit“ gezeigt, schrieb die Initiative in einer Pressemitteilung.

Auf Burg Herrnstein (Rhein-Sieg-Kreis) habe der Minister den rund 150 Teilnehmern aus Forst- und Landwirtschaft am Wochenende verdeutlicht, dass er an seinem Gesetzentwurf festhalten wolle. Am Rande des Treffens sei zudem bekannt geworden, dass der Entwurf im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung des Umweltausschusses Ende September beraten und dann verabschiedet werden solle. Gastgeber Max Graf Nesselrode betonte, es müsse Sorgfalt vor Eile gelten. Er appellierte an Remmel, einen Naturschutz mit allen Beteiligten zu gestalten und nicht nur auf die Interessen der eigenen Wählerklientel einzugehen.

Die „Rhein-Sieg Rundschau“ schrieb über die Veranstaltung, Minister Remmel habe „keinen leichten Stand“ gehabt, als er sich Fragen aus dem „aufgebrachten Plenum“ gestellt habe. Die Initiative kritisierte, der Minister sei „vielfach an der Oberfläche und Antworten schuldig“ geblieben.

Auf das Argument des sauerländischen Waldbauern Holger Deitmer, es gebe im bewirtschafteten Wald mehr Artenvielfalt als im unbewirtschafteten Wald, erklärte der Grünen-Politiker dem Zeitungsbericht zufolge, der Waldbesitz stehe „doch gar nicht im Fokus“ und die Gesetzesverschärfung solle dort greifen, wo Freifläche verschwinde. Remmel wies den Vorwurf zurück, das Gesetz sei hinter verschlossenen Türen entstanden. Zudem beteuerte der Minister: „Niemand will Ihre Art der Waldbewirtschaftung ändern.“ Es würden künftig auch keine Vorschriften gemacht, welche Baumarten gepflanzt werden dürfen.

Waldbauer Deitmer hingegen betonte laut der Pressemitteilung der Initiative, durch die Novellierung des Landesnaturschutzgesetz würden gerade Familienbetriebe in der Land- und Forstwirtschaft bei der Bewirtschaftung ihres Grund und Bodens erheblich eingeschränkt und langfristig wirtschaftlich stark belastet. Des Weiteren bedeute die überzogene Ausweitung von Schutzgebieten eine entschädigungslose Einschränkung in der Bewirtschaftung.

Ende August hatten auf einem Treffen der Initiative „Naturschutz mit Augenmaß“ im münsterländischen Coesfeld rund 100 Aktive aus Land- und Forstwirtschaft über die drohenden Folgen des Remmelschen Gesetzentwurfs diskutiert (wir berichteten).

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