Klare Positionierung gegen Wolf und Luchs

Wolf

Der Badische Bauernverband (BLHV) möchte die Ausbreitung von Wolf und Luchs in Baden-Württemberg stoppen. Das ist auf der jüngsten Verbandsausschusssitzung beschlossen worden, teilte der Verband in einer Pressemitteilung mit. Die sogenannte „Positionierung zu Luchs und Wolf“ wurde einstimmig verabschiedet.

Bei der Causa Luchs begründet der BLHV seine Position mit der unsicheren Rechtslage rund um die Tiere. Diese seien nach dem Europäischen Artenschutzrecht streng geschützt, was diverse Konflikte nach sich ziehen könne. „Zieht z.B. ein Luchs im Wald eines Bauern seine Jungen groß, könnte sich ein geplanter Holzeinschlag oder Waldwegebau zur besseren Erschließung negativ auf den Aufzuchterfolg auswirken“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Eigentümer müsse die artenschutzrechtliche Unschädlichkeit seines Vorhabens im Rahmen einer teuren Verträglichkeitsprüfung nachweisen, gelinge ihm dies nicht, werde sein Vorhaben verboten. Als „Grundvoraussetzung für eine Wiederansiedlung des Luchses“ fordert der Verband daher eine garantierte Rechtssicherheit, damit „daraus keine neuen Auflagen und Verbote für die Bauern“ resultieren.


„Würde Baden-Württemberg ein Lebensraum für Wölfe, wäre dieses das Aus für die Weidehaltung“

BLHV-Präsident Werner Räpple


Auch zum Thema Wolf formuliert der BLHV eine klare Position. Man spreche sich gegen den Wolf und gegen Baden-Württemberg als Wolfsland aus, heißt es in dem Schreiben. Darüber hinaus verurteile man „entschieden Versuche sogenannter Wolfsfreunde, durch illegale Auswilderung einer Verbreitung des Wolfes Vorschub zu leisten“.

Als Argumente gegen die Wiederansiedlung des Wolfes nennt der Verband vor allem die Folgen für die landwirtschaftliche Weidetierhaltung. „Würde Baden-Württemberg ein Lebensraum für Wölfe, wäre dieses das Aus für die Weidehaltung“, lässt sich BLHV-Präsident Werner Räpple zitieren. Die badischen Landwirte könnten ihr Vieh „nicht ausreichend gegen diese Gefahr schützen“, sichere Zäune könnten sie sich oftmals nicht leisten. Ohne solche Zäune erhielten sie jedoch keine Entschädigung, wenn ihre Nutztiere gerissen würden. Und ohnehin seien die als wolfssicher geltenden Zäune an den steilen Hängen des Schwarzwaldes „technisch und wirtschaftlich nicht machbar“. Konkret fordert der BLHV vom Land eine garantierte Entschädigung von Nutztierrissen und eine Abkehr von der „unangebrachten Willkommenskultur für Wölfe“.

                                                    Zahl der Wölfe in Sachsen steigt

Das Thema Wolf beschäftigt unterdessen auch das Bundesland Sachsen. In seiner Jahresbilanz kommt das dortige Wolfsbüro zum Schluss, dass die Zahl der Wölfe in dem Bundesland immer weiter zunimmt, berichtet der MDR. Nach Angaben des Instituts Lupus seien mittlerweile fünf neue Rudel registriert worden: in den Königshainer Bergen, in Gohrischheide, Biehain, Cunewalde und Knappenrode. Hinzu kamen im vergangenen Untersuchungsjahr drei neue Paare: in Neustadt, Raschütz und Bernsdorf.

Somit gibt es in Sachsen mittlerweile 19 bestätigte Wolfsterritorien. Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" sagte dem Sender, dass es in den neuen Gebieten die meisten Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere gegeben habe. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass in etablierten Territorien diese Zahlen zurückgehen, weil die Halter ihre Tiere ausreichend schützen.“

Ludwig wies außerdem darauf hin, dass Tierhalter in Sachsen eine 80-prozentige Förderung für die Anschaffung von Elektrozäunen erhalten können. Insgesamt wurden im Jahr 2015 Fördermittel in Höhe von 311.300 Euro in den präventiven Herdenschutz investiert. Zwischen Mai 2015 und April 2016 hat der Wolf in 23 bestätigten Fällen 135 Nutztiere getötet.

Die Rückkehr von Wölfen und Luchsen nach Deutschland sorgt regelmäßig für Diskussionen. Während Naturschützer sich für eine Vergrößerung der Bestände stark machen, positionieren sich vor allem Landwirte aus Angst um ihre Weidetiere dagegen. Wolf und Luchs sind nach europäischen Artenschutzbestimmungen streng geschützt.

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