Kindergarten wird „waffenfreie Zone“

Eltern und Experten kritisieren die Entscheidung eines Kindergartens aus Oberbayern.

Kind mit Waffe

Ein bayerischer Kindergarten wird zu Karneval eine „spielzeugwaffenfreie Zone“. Wie welt.de berichtet, hat die Leiterin ihren Zöglingen das Mitbringen von Spielzeugpistolen und Holzschwertern untersagt. Damit wolle der Kindergarten „Vorbild sein“ angesichts der täglich in den Medien gezeigten Waffengewalt. Sowohl Eltern als auch Experten halten das Verbot jedoch für den falschen Weg.

Dem Bericht zufolge informierte die Leiterin des oberbayerischen Kindergartens die Eltern per Brief über das Spielzeugwaffen-Verbot. Eine Mutter bezeichnete dies als „total übertrieben“. Gewaltfreiheit sei ein wichtiges Thema – „aber da muss die Erziehungsarbeit doch woanders ansetzen und nicht an Fasching“.

Der Diplom-Psychologe Andreas Engel sagte gegenüber welt.de: „Der Versuch, über die Kinder die Welt zu heilen, ist zwar gut gemeint. Doch ein Verbot von Spielzeugwaffen ist der komplett falsche Weg.“ Diplom-Pädagoge Günther Gugel erklärte, niemand werde „zum Amokläufer, nur weil er im Kindesalter gerne durch die Gegend ballert“. Dabei handele es sich um eine „völlig normale Entwicklungsphase“, die Kinder unbeschadet überstehen würden.

Hinter einem Spielzeugwaffen-Verbot vermutet der Experte vielmehr Projektionen und Befürchtungen von Erwachsenen, die „eher das eigene ungeklärte Verhältnis zu Waffen und Gewalt zum Ausdruck bringen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!