"Kein Feldzug gegen Wildtiere"

Novelle des Bundesjagdgesetzes: In einem Interview mit der Deutschen Jagdzeitung erläutert Dr. Böhning die DJV-Position. Waldverjüngung ohne Schutzmaßnahmen lehnt der Verband strikt ab, nicht aber die Novelle in Gänze. Vorwürfe des neuen bayerischen Jägerpräsidenten weist Dr. Böhning zurück.

DJV-Präsident Dr. Volker Böhning erläutert Position zur geplanten Novelle des Bundesjagdgesetzes. (Quelle: Kapuhs/DJV)

DJV-Präsident Dr. Volker Böhning erläutert Position zur geplanten Novelle des Bundesjagdgesetzes. (Quelle: Kapuhs/DJV)

In einem Online-Interview für die Deutsche Jagdzeitung hat Dr. Volker Böhning, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), die Position zur geplanten Novelle des Bundesjagdgesetzes erläutert: "Wir haben eine klare Linie: Es darf keinen Feldzug gegen Wildtiere geben, sie sind Teil der Lebensgemeinschaft Wald und dürfen nicht forstwirtschaftlichen Interessen zum Opfer fallen." Deshalb werde der Verband weiter gegen den jetzigen Passus im Entwurf kämpfen, wonach Verjüngung im Wald auch bei Saat und Pflanzung ohne Schutzmaßnahmen möglich sein solle. "Ich kann doch im Wald nicht wie bei einem Mietshaus verfahren: erst alle Mieter kündigen und dann grundsanieren, sprich alle Pflanzenfresser eliminieren und dann den Mischwald von morgen säen oder pflanzen", so Dr. Böhning im Interview. 

Die detaillierte Positionierung zum Gesetzentwurf sei insgesamt nicht einfach gewesen, schließlich hätten 15 teils unterschiedliche Betroffenheiten in einem Kompromiss gebündelt werden müssen, so Dr. Böhning und weiter: "Meinungsfindung darf nicht mit Streiterei verwechselt werden". Er wies damit die Vorwürfe des neuen bayerischen Jagdpräsidenten Ernst Weidenbusch zurück. Dieser hatte jüngst in einem Interview behauptet, der DJV sei zerstritten und würde sich nicht ausreichend für die Belange der Wildtiere einsetzen. Bereits im Dezember 2020 hatten DJV, Bayerischer Jagdverband und sechs weitere Organisationen eine gemeinsame Stellungnahme zur geplanten Bundesjagdgesetz-Novelle abgegeben. Darin betonen diese, dass Bedürfnisse und Ansprüche des Wildes nicht hinter wirtschaftlichen Interessen von Waldbesitzern zurückbleiben dürfen.

Dr. Böhning betonte im DJZ-Interview, dass der DJV die geplante Novelle des Bundesjagdgesetzes nicht in Gänze ablehnt: "Kompromisse im Sinne von uns Jägern zu finden, wird nach der Bundestagswahl im Herbst sicherlich nicht einfacher." Nach Ansicht des DJV sind die jetzt geplanten Regelungen zu Büchsenmunition, Jägerausbildung und Schießübungsnachweis sinnvoll. Bei der geplanten Abschussregelung hat der Dachverband der Jäger gegenüber dem Referentenentwurf einige Verbesserungen erreicht.  Zuerst war ein Mindestabschuss vorgesehen und eine Lebensraumanalyse fehlte gänzlich. Bereits jetzt gibt es in vielen Bundesländern keinen Abschussplan mehr.

Unter dem Link www.jagdverband.de/wald sind aktuelle DJV-Positionen, Broschüren und Meldungen zum Komplex Wald und Wild zusammengefasst. Weiterführende Informationen zum Bundesjagdgesetz gibt es unter www.jagdverband.de/bundesjagdgesetz.  

 

Quelle: 12. Februar 2021 (DJV) Berlin

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