Kanton Wallis plant Abschuss eines Jungwolfs

Schadensbilanz vorgestellt: Wölfe rissen zwischen Januar und Oktober insgesamt 187 Nutztiere – als Gegenmaßnahme soll nun ein Jungtier entnommen werden

Jungwolf

Symbolbild

Im Schweizer Wallis haben neun Wölfe vom 1. Januar bis zum 31. Oktober insgesamt 187 Nutztiere gerissen. Der Kanton plant nun, ein Jungtier aus dem Rudel schießen zu lassen.

Wie 1815.ch berichtet, beläuft sich der angerichtete Schaden auf mehr als 83.000 Franken. Die Bilanz der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere verdeutliche, dass 34 der 187 getöteten Nutztiere in Situationen gerissen wurden, die laut den vom Kanton gemachten Vorgaben als genügend geschützt gelten.

Da allein in der Augstbord-Region innerhalb von vier Monaten mehr als 15 Nutztiere in geschützten Situationen getötet wurden, sind für den Kanton die Voraussetzungen erfüllt, beim Bundesamt für Umwelt eine Regulation der Wolfspopulation zu beantragen. Erteilt das Amt nun bis Ende des Jahres seine Bewilligung, kann bis Ende März 2017 ein Jungwolf geschossen werden.

Peter Scheibler, der Chef der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, sagte laut blick.ch, gemäß den Vorschriften könnten auch zwei Tiere getötet werden – falls sich noch eindeutig herausstelle, dass es im Kanton aktuell vier Jungwölfe gebe. Das Wallis wolle das Rudel nicht allzu schnell anwachsen lassen, damit die Schäden nicht zu groß würden, betonte Scheibler dem Bericht zufolge.

In der Schweiz sorgten Wolfsrisse in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufregung. Aufgrund der Gefährdung für Nutztiere drängte der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband darauf, den Schutzstatus von Wolf und Bär zugunsten des Herdenschutzes herabzusetzen (wir berichteten). Im September sprach sich der Nationalrat dafür aus, dass der Wolf in der Alpenrepublik künftig nicht mehr als geschützte Art gilt und die Jagd auf ihn erlaubt wird (wir berichteten). Erst vor wenigen Tagen präsentierte schließlich der Verein „Lebensraum Schweiz ohne Großraubtiere“ sein „Großraubtierkonzept“, nach dem die Kantone spezielle Zonen bestimmen sollen, in denen der Wolf leben kann (wir berichteten).

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