Jäger weigern sich gegen zu hohe Abschussforderungen

Die Förster im schweizerischen Kanton Bern fordern, dass deutlich mehr Wild geschossen wird – da machen die Jäger nicht mit.

Rehbock

Foto: Marc-Andre Rehberg

Es ist der Klassiker: Förster fordern höhere Abschüsse, um ihr Kapital, die Bäume, vor dem Verbiss zu schützen. Im schweizerischen Kanton Bern wollen sich die zuständigen Jäger aber nicht zum „Schädlingsbekämpfer“ degradieren lassen. Der Verband der Berner Waldbsitzer wirft ihnen dagegen vor, zu wenig effizient und zu folkloristisch zu sein, heißt es im Schweizer Radio- und Fernsehen (SRF).

Der Konflikt „Wald vor Wild“ ist nicht nur ein Schweizer Phänomen. Zuletzt berichteten wir über den Streit zwischen Förstern und Jägern im Erzgebirge (hier nachlesen). In beiden Fällen scheinen Jäger und Förster unversöhnlich zu sein. In Bern sagt Förster Stefan Flückiger: „Unser Wald ist das Futterbuffet für die Rehe. Wir fordern, dass deutlich mehr geschossen wird.“ Rehe und Hirsche seien ja schließlich nicht vom Aussterben bedroht.

Doch darum gehe es auch gar nicht, meint Jägerpräsident Lorenz Hess. Die Forderung hieße, „eine Tierart massiv zu dezimieren“. Er frage sich, ob das das „Endziel ist, sie ganz zu eliminieren“. Die Wälder seien die Lebensräum der Tiere und der Wald gehöre nicht einfach der Forstindustrie mit ihrem Profitdenken. Man würde waidmännisch jagen und nicht einfach möglichst viele Tiere erlegen.

Der Streit zwischen Förstern und Jägern scheint also nicht allzu bald gelöst zu werden. Für Förster Flöckiger bleibt die Wilddichte zu hoch. Mit den heutigen Wildbeständen könne sich der Wald nicht mehr verjüngen und die Jungbäume vor Verbiss zu schützen sei extrem teuer.

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