Jäger wehren sich gegen Abschussforderungen bei Rot- und Sikawild

Rotwild

Foto: Dieter Hopf

Im Arnsberger Wald sorgt das dort beheimatete Sika- und Rotwild bereits seit längerem für Diskussionen. Die Kommunen und die Waldbesitzer beklagen massive Wildschäden wie etwa Verbiss, für die das Wild verantwortlich sei. Die Hegegemeinschaft Arnsberger Wald weist diese Behauptungen zurück. Wie der Soester Anzeiger berichtete, soll nun ein Pilotprojekt dabei helfen, den Streit beizulegen.

Über das Projekt wird bereits seit dem Frühjahr diskutiert. Bislang sind die Verhandlungen, an denen das Umweltministerium, die betroffenen Kommunen, der Landesbetrieb Wald und Holz sowie die Hegegemeinschaft Arnsberger Wald beteiligt sind, jedoch noch ohne konkrete Ergebnisse geblieben. Im Mai wurde als Ziel des Pilotprojektes festgelegt, gemeinsam mit allen Waldbesitzern eine Abschussquote festzulegen und umzusetzen, sodass ein Bestand von rund 1.100 Tieren übrig bleibt.

Immerhin existiert mittlerweile ein Entwurf samt Präambel und Klauseln, wie der Rüthener Bürgermeister Peter Weiken als Vertreter der Kommunen gegenüber der Zeitung erklärte. In dieser ersten Fassung sei zum Beispiel festgehalten, dass im Arnsberger Wald der Bestand des Sikawildes flächendeckend und der des Rotwildes örtlich zu hoch ist.

Vor knapp zwei Jahren war durch die Novelle des nordrhein-westfälischen Landesjagdgesetzes beschlossen worden, dass das der Bestand des seit über 120 Jahren im Arnsberger Wald heimischen Sikawildes in diesem Gebiet stark reduziert werden soll ­­­– mit der Begründung, dass die ursprünglich aus Asien stammende Wildart im Arnsberger Wald „biogeografisch nicht beheimatet“ sei.

Zwar ist die von den Jägern befürchtete vollständige Ausrottung des Sikawildes bis heute keine Realität geworden, doch bestehen auf Seiten der Hegegemeinschaft Arnsberger Wald Zweifel, dass es nicht doch zu einer weiteren Dezimierung des Bestandes kommt. Grund dafür ist der Umstand, dass Städte wie Rüthen bei der Neuverpachtung von Revieren mittlerweile explizit Jagdpächter suchen, die mit den Vorgaben für eine Bestandsverringerung keine Probleme haben. Zudem fordern die Kommunen, dass diese individualrechtlichen Vorgaben auf jeden Fall Vorrang haben müssten gegenüber den Regelungen durch das Pilotprojekt.

„Aus unserer Sicht ist es zu begrüßen, die Sache gemeinsam anzugehen, dabei sollte es aber nicht nur um das Totschießen von Sika-Wild und Rotwild gehen“, forderte Thomas Reiche, zweiter Vorsitzender der Hegegemeinschaft Arnsberger Wald.

Reiche kritisierte unterdessen, dass die erweiterte Jagdzeit auf Schmaltiere von Rot- und Sikawild gefährlich sei, weil dabei auch führende Muttertiere aus Versehen erlegt werden könnten. Hinsichtlich der Landesjagdzeitenverordnung existierten noch viele offene Fragen, die im Vorstand der Hegegemeinschaft diskutiert werden müssten. Insgesamt müsse das Thema Wald und Wild in seiner Gänze betrachtet werden, dazu gehörten auch Aspekte wie eine störungsarme Jagd, Verbesserungen der Äsungsbedingungen sowie der Jagddruck.

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