Rotmilan

Jäger verurteilen Giftanschläge auf Wildtiere

Zwei Katzen, drei Füchse, drei Marder, sechs Mäusebussarde, ein Rotmilan, zwei Kolkraben und noch viele weitere Tiere mehr – so sieht das traurige Ergebnis einer Giftköder-Attacke in einem Waldstück bei Gösting im niederösterreichischen Bezirk Gänserndorf aus. Das berichten die KronenZeitung und der Kurier.

„Der traurige Höhepunkt war dann eine mit einem Holzpfahl aufgespießte Ente“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee, Hans Frey. Er hat gemeinsam mit der Polizei, dem Jagdleiter und einem Vertreter des Landesjagdverbandes vor Ort nach verendeten Tieren gesucht, nachdem ein Jäger aus dem Nachbarrevier einen toten Seeadler gefunden und gemeldet hatte. Besonders tragisch: Einige der Tierarten sind sehr selten und stehen unter Naturschutz. Aktuell gebe es in Österreich beispielsweise nur etwa zwölf bis 19 Brutpaare des Rotmilans, heißt es auf der Webseite von BirdLife Österreich. Deshalb stelle auch der Verlust jedes einzelnen, gefährdeten Greifvogels „eine massive Beeinträchtigung der gesamten Population dar“, erklärt der Greifvogelexperte und stellvertretender Geschäftsführer von BirdLife Österreich, Gabor Wichmann.

Laut Zeitungsbericht wurden in dem Gebiet sehr wahrscheinlich Carbofuran-Köder ausgelegt – ein sehr gefährliches Insektizid, dessen Einsatz in der EU streng verboten ist. Wer die Tat verübt haben könnte, ist derzeit noch völlig unklar. Aus Tierschützer-Kreisen wurden bereits erste Verdächtigungen laut, es könnte ein Jäger gewesen sein, der beispielsweise die angebliche „Jagdkonkurrenz“ vernichten wollte. Bereits in der Vergangenheit, insbesondere bei illegalen Tötungen von Greifvögeln, kam es oftmals zu vorschnellen Vorverurteilungen von Jägern durch Tierschützer. Dabei war es in diesem Fall ein Jäger, der auf die Funde aufmerksam wurde und diese pflichtgemäß meldete. Weiterhin ist die Jägerschaft in Niederösterreich derzeit um eine saubere Aufklärung bemüht und hilft bei der Suche nach weiteren betroffenen Tieren.

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