Jäger ersparen Steuerzahler Millionen Euro pro Jahr

Rekordstrecke beim Schwarzwild in Bayern – private Jagd auf Wildschweine hat mindestens einen Wert von 17 Millionen Euro.

Frischlinge im Maisfeld

Foto: Carol Scholz

Der Bayerische Jagdverband (BJV) hat eine Bilanz des vergangenen Jagdjahres gezogen – noch nie wurden so viele Wildschweine erlegt. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Zahl fast verdreifacht. Insgesamt kamen 2015/2016 mehr als 85.000 Wildschweine zur Strecke.

Der BJV lobt in seiner Bilanz vor allem die Arbeit der privaten Jäger in Bayern. Sie erlegten 82 Prozent aller Tiere. Würde man diese Arbeit stattdessen von Berufsjägern machen lassen, müssten die Grundbesitzer und der Staat mehr als 17 Millionen Euro dafür zahlen. Geld, das wahrscheinlich auch der Steuerzahler aufbringen müsste. Daher spart Jagdverbands-Präsident Dr. Jürgen Vocke nicht mit Lob: „Der Einsatz unserer Jägerinnen und Jägern in Bayern ist immens. Betrachtet man die Streckenzahlen, so sind wir an einem absoluten Höhepunkt angekommen. Die stetig steigenden Abschusszahlen im Bereich der Schwarzkittel belegen die Abertausenden Stunden, die die Jäger jährlich auf sich nehmen, um die zunehmende Schwarzwildpopulation einzudämmen und damit auch die einhergehenden Schäden in der Landwirtschaft – eine freiwillige Dienstleistung für die Gesellschaft.“

Die steigenden Streckenzahlen beim Schwarzwild bedeuten nicht, dass es deutlich weniger Schweine gibt. Ganz im Gegenteil. In den letzten Jahren konnten sich die Tiere enorm vermehren, zum Teil um bis zu 300 Prozent. Die Wildschweine finden dank guter Mastjahre im Wald und großflächigem Maisanbau ausreichend Nahrung. Gleichzeitig waren die Winter zu mild und der Nachwuchs konnte fast vollständig überleben. Dementsprechend groß sind deutschlandweit die Probleme mit Wildschweinen (wir berichteten), die Gärten und Friedhöfe verwüsten, durch Städte ziehen oder Unfälle verursachen.

Erst vor Kurzem betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne), wie wichtig die Jagd sei. Sie sagte: „Die nachhaltige Jagd auf unsere heimischen Wildtierarten ist im Sinne des Schutzes unserer Wälder ökologisch sinnvoll und notwendig. Die Jagd trägt wesentlich dazu bei, Wildschäden zu vermeiden und eine ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung sicherzustellen.“

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