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Jäger erschüttert über Zerstörung: „Das tut richtig weh“

Im sächsischen Naundorf wurden jüngst acht Hochsitze zerstört. Der Jagdpächter Andreas Wockatz zeigte sich gegenüber sz-online.de schockiert über die Tat und vermutet eine Gruppe Jugendlicher als mögliche Täter. In ähnlichen Fällen waren in der Vergangenheit auch des Öfteren militante Jagdgegner verantwortlich.

Der 56-jährige Jäger Wockatz geht seit mehr als 20 Jahren zur Jagd, aber solch eine Zerstörungswut hatte er noch nie zuvor erlebt. An nur einem Tag wurden in seinem Revier acht Hochsitze umgeworfen und dabei schwer beschädigt. „Da ist nichts mehr zu verwenden“, betonte Wockatz, der einem Schaden von rund 3.500 Euro gegenübersteht. Am Donnerstag sei er von dem Eigentümer eines Teiches informiert worden, dass einer seiner fahrbaren Hochsitze im Wasser liege. Die Täter müssen den Hochstand dafür mehr als 50 Meter weit gezogen haben, nur um ihn anschließend ins Wasser zu werfen. „Den kriegen zwei Mann nicht fort“, sagte Wockatz, der von mehreren Tätern ausgeht.

Die Täter handelten offenbar ohne triftigen Grund. Streit zwischen den Jägern und den Landwirten gebe es in der Region nicht. Es existiere eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten und auch mit anderen Jägern verstehe man sich gut und helfe sich gegenseitig, sagte Wockatz.

Obwohl der Verdacht nahe liegt, dass militante Jagdgegner an der Zerstörung schuld sein könnten, geht Wockatz eher von einer Gruppe Jugendlicher aus, die die Tat zu verantworten haben. Der Waidmann hat alle Schäden dokumentiert und der Polizei gemeldet, glaubt jedoch nicht daran, dass die Tat jemals aufgeklärt wird. „Die Polizei hat sicher Wichtigeres zu tun“, zeigte er sich wenig optimistisch. Es liefen allerdings immer auch Wanderer und Spaziergänger durch das Gebiet, sodass es vielleicht doch einige Hinweise geben könnte.

Die Polizeidirektion Görlitz teilte dem Bericht zufolge bereits mit, dass die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen hat. Es gebe allerdings bislang keine neuen Erkenntnisse. Lothar Jenschel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes, spricht von einer „anderen Dimension“. In Niedersachsen kam es bereits häufiger vor, dass ähnliche Taten durch Jagdgegner verübt wurden, in der Region sei man allerdings bisher davon verschont geblieben. Besonders heimtückisch sei es, wenn Hochsitze heimlich angesägt würden. So vor einigen Wochen im sächsischen Milkel geschehen. „Das ist schon kriminell. Die Täter nehmen ja in Kauf, dass sich jemand verletzt“, betonte Jenschel.

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