Jagdpolitik: „Juniorpartner“ CDU ist machtlos gegenüber Grünen

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk kündigt zum umstrittenen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz lediglich eine „schmale Novelle“ an.

Hochsitz im Nebel

Symbolbild: Alexander Kumpins

Die baden-württembergischen Jägerinnen und Jäger müssen offenbar noch längere Zeit mit dem von ihnen ungeliebten Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) leben (wir berichteten). Landesagrarminister Peter Hauk (CDU) verdeutlichte jetzt, dass seine Partei es als „Juniorpartner“ der Grünen schwer habe, Änderungen herbeizuführen.

„In einer Koalition müssen wir natürlich Kompromisse eingehen, was eine grundsätzliche Änderung der Jagdpolitik schwierig macht“, erklärte Agrarminister Peter Hauk laut dem Mannheimer Morgen. Zusammen mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting hatte Hauk bei einer Veranstaltung in Oftersheim den Jägern Rede und Antwort gestanden.

Bei dem vom früheren grünen Agrarminister Alexander Bonde durchgesetzten JWMG sei „in naher Zukunft“ mit einer „schmalen Novelle“ zu rechnen, sagte Hauk dem Bericht zufolge. Noch in diesem Jahr solle es ein Wildtiermonitoring geben, um auf dessen Basis neue Regelungen zu erarbeiten. Insbesondere im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) komme es darauf an, die Schwarzwild-Population in Deutschland zu senken.

Wie unterschiedlich die Positionierung zur Jagd bei den Koalitionspartnern in Baden-Württemberg ausfällt, macht eine Forderung der Grünen deutlich. Sie setzen sich für die Einrichtung zentraler Waffenlager ein. Das würde ein „Ende der Jagd“ bedeuten, stellte der Bundestagsabgeordnete Gutting fest. Er sprach sich in dem Bericht für die Jagd als „eine legitime nachhaltige Nutzungsform natürlicher Ressourcen“ aus. „Wir stehen für ein Jagdrecht, dass das bewährte Reviersystem sichert und die ungestörte, waidgerechte und tierschutzkonforme Jagdausübung gewährleistet“, sagte Gutting weiter.

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