Jäger und Angler fordern mehr Gehör der Politik

Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) und der Anglerverband Niedersachsen (AVN) haben vor der Landtagswahl ihre politischen Erwartungen formuliert.

Jägerdemonstration

Symbolbild

Niedersachsens Jäger und Angler fordern von der künftigen Landesregierung mehr fachliche Anerkennung. Kurz vor der Landtagswahl am 15. Oktober formulierten die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) und der Anglerverband Niedersachsen (AVN) eindeutige Erwartungen: Die beiden größten anerkannten Naturschutzverbände des Landes dürften von der Politik nicht länger schlechter behandelt werden als andere Umweltorganisationen.

Jäger und Angler müssten sich im Hinblick auf Naturschutz und lebensraumverbessernde Maßnahmen hinter niemandem verstecken, heißt es in einer Pressemitteilung der Verbände. Im Gegenteil leisteten sie in Niedersachsen pro Jahr mehr als 800.000 Stunden für Naturschutz- und Umweltbildungsmaßnahmen. „Es wird Zeit, die fachliche Expertise von Jägern und Anglern in ihren Themenfeldern anzuerkennen und zu nutzen, und es muss Schluss sein mit einer Zwei-Klassen-Behandlung der anerkannten Naturschutzverbände“, erklärten der stellvertretende LJN-Präsident Ernst-Dieter Meinecke und der Vizepräsident des Anglerverbandes, Heinz Pyka. Sie forderten die nächste niedersächsische Landesregierung auf, Entscheidungen für den Schutz der Natur und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen anhand von wissensbasierten Fakten zu treffen.

In mehreren Fällen berücksichtigte Rot-grün bei jagdpolitischen entscheidungen kaum fachliche Argumente

Meinecke und Pyka betonten, ihre Verbände hätten immer den Dialog gesucht und würden auch zukünftig konstruktive Gespräche begrüßen. In der jüngeren Vergangenheit habe ein solch konstruktiver Austausch leider nur selten stattgefunden. Fälle, in denen fachliche Argumente in jagdpolitschen Fragestellungen bei der bisherigen rot-grünen Landesregierung kaum ausreichende Berücksichtigung gefunden hätten, seien die Novellierung der Jagdzeitenverordnung 2014 sowie die Diskussionen um die „Kleine Novelle“ des niedersächsischen Jagdgesetzes gewesen.

Die Erwartungen der Jägerschaft an eine künftige Landesregierung umfassen laut Meinecke unter anderem ein deutliches Bekenntnis zum aktuellen niedersächsischen Jagdgesetz, den „Verzicht auf Ökologisierungsbestrebungen aus rein ideologischen Gründen“ sowie eine konstruktive Überarbeitung der Jagdzeitenverordnung.

Unterdessen hat in Nordrhein-Westfalen die neue Umweltministerin Christina Schulze Föcking erklärt, sie stehe für eine „Politik mit den Akteuren, egal ob Jäger oder Naturschutzverbände“. Wie die Westfälischen Nachrichten berichteten, sagte die CDU-Politikerin im Umweltausschuss des Landtags, die frühere rot-grüne Regierung habe „Politik gegen die Betroffenen“ betrieben. Schulze Föcking zufolge wird an der Reform des „Ökologischen Jagdgesetzes“ ihres Vorgängers Johannes Remmel (Grüne) bereits gearbeitet. Weiter sagte die Ministerin, ihre Politik sehe „konventionelle und ökologische Landwirtschaft unvoreingenommen auf Augenhöhe“. In der Forstwirtschaft solle außerdem eine neue Initiative das Cluster Forst und Holz NRW als Wirtschaftssektor stärken.

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