Jäger öffnen ihre Hochsitze für Touristen

Dass sich Jagd mit intensiver touristischer Nutzung vereinen lässt, zeigt ein innovatives Projekt in der österreichischen Steiermark.

Der „Hahnen-Sitz“ ist einer der vier Hochsitze. Foto: Erwin Petz

Der „Hahnen-Sitz“ ist einer der vier Hochsitze. Foto: Erwin Petz

Auf der Riesneralm in Donnersbachwald, in der Region Grimming-Donnersbachtal, entstand in einer einzigartigen Kooperation zweier unterschiedlicher Interessensgemeinschaften der „JAGAsteig“. Vier Hochsitze wurden von den örtlichen Jägern Hand in Hand mit der Riesneralm Bergbahnen GmbH & Co KG entlang eines bestehenden „Steiges“, eines Wanderweges in der österreichischen Steiermark errichtet.

Das Besondere daran: Die Hochsitze werden nicht nur jagdlich genutzt, sondern stehen auch den zahlreichen Touristen offen, die das wunderbare Bergpanorama auf die Rieneralm lockt. „Mit dem JAGAsteig lässt sich Natur hautnah erleben, denn nirgendwo sonst ist es möglich, im direkten Austausch mit den Jagdpächtern zu stehen und deren Revier zu erkunden“, freut sich der Geschäftsführer der Riesneralm Bergbahnen GmbH & Co KG, Erwin Petz.

Schautafeln in den Sitzen erklären dabei auf verständliche und spielerische Weise den Wald mit seiner Artenvielfalt und geben den Touristen hautnahe Einblicke in eine Welt, die sonst nur den Jägern vorbehalten ist. Auch so kann Öffentlichkeitsarbeit für die Jagd aussehen.

Die Idee für dieses Projekt wurde bei einem Gespräch des Geschäftsführers Erwin Petz mit dem Hauptjagdpächter Harald Haidler geboren, erklärt Petz unserer Redaktion: „Wir dachten uns, es muss doch möglich sein, diese beiden Gegensätze, touristische und jagdliche Nutzung, in verschiedenen Gebietszonen zu vereinen. Und wenn jeder die Scheuklappen ein wenig öffnet, dann könnte etwas Positives dabei herauskommen.“ Ein weiterer positiver Effekt, der dadurch auch und gerade für Jagd und Jäger erzielt wird, ist, dass so ein „Lenkungssystem geschaffen wurde, das die Gäste auf den Hauptrouten bindet und so im Gegenzug die Kerngebiete für die Jagd freihält“.

Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung wurde den Gästen das innovative Projekt präsentiert. V.l.n.r. Jagdpächter Franz Erhardt, Michael Lackner, GF Erwin Petz Riesneralm und Jagdpächter Harald Haidler. Foto: Erwin Petz

Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung wurde den Gästen das innovative Projekt präsentiert. V.l.n.r. Jagdpächter Franz Erhardt, Michael Lackner, GF Erwin Petz Riesneralm und Jagdpächter Harald Haidler. Foto: Erwin Petz

Petz betont besonders die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Jägerschaft: Seit der Planungsphase in das Projekt involviert, arbeiteten die Jäger tatkräftig bei der Umsetzung mit und beteiligten sich sogar an der Finanzierung. So konnte das Projekt gemeinsam innerhalb kürzester Zeit realisiert werden.

Auf die Frage nach der organisatorischen Umsetzung, sodass die Jäger trotz des Umstandes, die Hochsitze jederzeit für die Touristen frei zugänglich zu halten, bei der Ausübung der Jagd nicht beeinträchtigt werden, erklärt Erwin Petz gegenüber Outfox-World:

„Der ‚JAGAsteig‘, als ein Teil des ‚Gipfelerlebnis Riesneralm‘, befindet sich ganz oben am Berg auf 1.800 Metern. Durch den großen Höhenunterschied von 900 Höhenmetern wählen die meisten Touristen den Lift, um wieder zurück ins Tal zu gelangen. Die Kombination aus Höhenunterschied und den Betriebszeiten der Seilbahn lenkt also die Besucher nahezu von selbst, da der Lift nur von Freitag bis Montag fährt und die letzte Talfahrt an diesen Tagen um 16 Uhr möglich ist.“ Das gebe den Jägern in den jagdrelevanten Zeiten frühmorgens und abends genügend Freiräume, um ihrer Passion in Ruhe und wie gewohnt nachzugehen.

Die Redaktion von Outfox-World dankt Erwin Petz für die freundliche Unterstützung und wünscht der Riesneralm und ihren Jägern viel Erfolg mit diesem Vorzeigeprojekt jagdlicher Öffentlichkeitsarbeit, welches auch anderenorts Schule machen sollte.

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