Jäger als Öko-Bauern: Projekt schafft neue Heimat für Wildtiere

Jäger im Burgenland setzen sich für mehr zusammenhängende Lebensräume für das Niederwild ein – sie formen Ackerland in Öko-Flächen für Tiere um.

Feldhase auf der Wiese

Symbolbild: Steve Richter

Durch immer weniger Rinderbauern fehlt es im österreichischen Burgenland an Wiesen für das Niederwild. Um dem Problem entgegenzuwirken, haben Jäger aus der südburgenländischen Gemeinde Stinatz eine Initiative für den Erhalt eines intakten Lebensraumes für Wildtiere gestartet, berichtet das ORF Landesstudio Burgenland.

Die Gemeinde Stinatz weist kaum noch Ackerwiesen auf. Stattdessen bestimmen Maisfelder das Bild der Region – kein geeigneter Lebensraum für Wildtiere. Die Zahl des Niederwildes sank daher erheblich, Treibjagden finden schon seit Jahren nicht mehr statt, heißt es beim ORF.

Diese Situation führte vor drei Jahren zu dem Entschluss des ansässigen Jagdvereines, neue Lebensräume für die Wildtiere zu schaffen. Bereits 72 Feldstücke auf einer Fläche von rund 20 Hektar wurden gepachtet und zu Öko-Wiesen umgewandelt. Dafür gründete der Jagdverein ein eigens zu diesem Zweck zuständigen Landwirtschaftsbetrieb. Zusammen mit Landschaftsökologin und Wildlebensraum-Beraterin Brigitte Gerger sorgen die Stinatzer Jäger nun dafür, dass die 20 Hektar extensiv bewirtschaftet werden. Die Besonderheit der Flächen: sie sind als kleine Parzellen miteinander verbunden. „Ein ideales Bio-Verbundsystem“, betont Gerger.

Natürlich werde auch das Niederwild wieder mehr, bekräftigt Jagdvereinsobmann Bernhard Pieber. Die Erfolge des Projektes zeigen sich in der Erweiterung der Artenvielfalt. Mittlerweile haben sich neben zahlreichen Feldhasen auch Vögel, wie das Braunkehlchen oder die Feldlärche, auf den Wiesen angesiedelt.

Das Projekt ist auf weitere zehn Jahre angelegt und soll perspektivisch mehr Flächen erschließen. Das sei die Zukunft für die Jäger und auch für die Jagd, ist sich Bernhard Pieper sicher.

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