Italiens Polizei jagt Mischlingszüchter

Sonderkommission „Rotkäppchen“ hat schon 200 Wolfshybriden aufgespürt

Dem Wolf ähnliche Hunde sind in manchen Kreisen sehr gefragt (Symbolbild: Ekaterina Chizhevskaya)

Dem Wolf ähnliche Hunde sind in manchen Kreisen sehr gefragt (Symbolbild: Ekaterina Chizhevskaya)

Gern geleugnet, aber offenbar Realität: Das illegale Geschäft mit Wolfsmischlingen floriert. Von Skandinavien bis nach Südeuropa.

In Italien hat eine Polizei-Sondereinheit eben einen „Züchter“ festgenommen. Die Beamten fanden 23 Hunde, bei denen „Wolfsblut“ eingekreuzt wurde. 

Vor wenigen Monaten erst gab es in Finnland und Schweden groß angelegte Razzien gegen den Handel mit solchen Tieren. Es geht dabei um einen Kundenkreis, dem die legalen Wolfshund-Rassen nicht Wolf genug sind. Deshalb werden reinrassige Wölfe mit Hunden gepaart – je mehr Wolfsblut desto teurer. 

Im akuten Fall handelt es sich um Tschechoslowakische Wolfshunde, die in der Nähe der italienischen Provinzhauptstadt Viterbo feilgeboten wurden. Der Nachweis „frischer“ Wolfsgene gelang den Spezialisten der Sonderkommission „Rotkäppchen“ bei 23 Tieren. Den Züchter erwartet ein Verfahren wegen Verstößen gegen das internationale Artenschutzabkommen CITES, das Haltung und Handel mit streng geschützten Arten ohne Sondergenehmigung verbietet. 

Offenbar kein Einzelfall: Bisher haben die Spezialisten der Umwelt-Polizei bereits 200 Schwarzmarkt-Wolfsmischlinge aufgespürt und sichergestellt.  Der in Grauzonen des Internets florierende Handel mit solchen Tieren wird für Züchter und Kunden zunehmend riskanter. Zumal sich in Skandinavien Hinweise verdichten, dass auch die Auswilderung von Mischlingen zum Geschäftsmodell gehören soll – finanziert durch „Wolfspaten“. 

Dabei zählt auch die Berner Artenschutzkonvention die Hybridisierung zu den größten Gefahren für den Bestand der „echten“ Wölfe und schreibt die Entnahme von Mischlingen zwingend vor.

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