Interessengruppe gegen „Kriminalisierung“ der Gatterjagd in Österreich

Rehwild

Foto: Carol Scholz / Symbolbild

Die Gatterjagd gehört verboten – zumindest nach Meinung einer österreichischen Gruppe von Tierschutzaktivisten. Der „Verein gegen Tierfabriken“ (VgT) betreibt seit Monaten eine aufwendige Kampagne, um die umfriedete Eigenjagd in Österreich zu stoppen. Diese ist indes auch unter Jägern nicht unumstritten.

Nun formiert sich auch die Gegenseite. Als "Interessengruppe umfriedete Eigenjagden" haben sich kürzlich zahlreiche niederösterreichische Jäger zusammengeschlossen, um sich für die Gatterjagd einzusetzen. Von den 60 Betreibern, die in Österreichs größtem Bundesland insgesamt 74 Jagdgatter mit einer Gesamtfläche von 25.000 Hektar besitzen, haben sich bereits 14 der Interessensgruppe angeschlossen.

„Die Jagd und im Speziellen die umfriedete Eigenjagd hat aktuell durch zahllose Kampagnen und Initiativen von NGOs und Tierschutzorganisationen zu Unrecht mit einem schlechten Image zu kämpfen“, äußerte sich die Interessengruppe gegenüber Outfox-World zu ihren Motiven. Die Gatterjagd werde „kriminalisiert“, zudem würde „zum Teil sehr aggressiv gegen Betreiber und Bewirtschafter umfriedeter Eigenjagden Stimmung gemacht“. Dem wolle man „entgegentreten und durch Bereitstellung von Informationen begegnen“. Es gehe darum, „dem verzerrten und entstellten Bild“, das von der umfriedeten Eigenjagd gezeichnet werde, „ein Stück Realität entgegenzusetzen“.

Die Interessengruppe ist bestrebt, den „emotional sehr aufgeheizten Dialog“ in der Öffentlichkeit wieder auf eine „sachliche, objektive Ebene“ zu heben. Mit Massentierhaltung oder Tierquälerei hätten die eingezäunten Jagdgebiete überhaupt nichts zu tun. Durch zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten stellten die Gatter vielmehr ein Brutplatz für seltene und gefährdete Tierarten dar, betont die Gruppe. Die Initiative, die sich für einen „konstruktiven Dialog“ zum Thema Gatterjagd einsetzen möchte, habe sich sogar freiwillig höhere Standards auferlegt.

So verpflichten sich deren Mitglieder, an maximal vier Tagen im Jahr auf Treibjagd im Gatter zu gehen, obwohl das Gesetz bis zu acht Tage erlaubt. Ein wesentliches Kriterium der Initiative ist zudem, dass bei der Jagd mindestens 50 Meter Abstand zu Zäunen gehalten werden soll. Auch verpflichtet sich die Gruppe, ausschließlich Wildarten in ihren Gebieten zu halten, die auch im jeweiligen Biotop heimisch sind.

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