Infizierter Biber illegal ausgewildert

Im brandenburgischen Königs Wusterhausen wurde ein Biber illegal ausgesetzt. Das Tier war schwer erkrankt – wahrscheinlich an der hochansteckenden Tularämie, die auch für Menschen tödlich enden kann.

Biber am Gewässer

Foto: Dieter Hopf

Am vergangenen Mittwoch wurde der Potsdamer Tierrettung ein Überwachungsvideo zugespielt, welches die Auswilderung eines Bibers zeigt. Laut der Märkischen Allgemeinen entstanden die Aufnahmen in einem Gewerbegebiet bei Königs Wusterhausen: Sie zeigen, wie ein Transporter hält, das Tier freilässt und anschließend davonfährt. Der Vorgang wurde durch einen Pförtner beobachtet, der anschließend die Tierrettung informierte.

Brisant: Bei der Begutachtung des Bibers zeigten sich deutliche Krankheitssymptome. Ein hinzugezogener Veterinär bestätigte, dass das Tier „nach Luft rang, die Nase mit Eiter verklebt war, der Rachenraum entzündet und die Kopflymphknoten geschwollen“ waren. All dies seien typische Symptome der Hasenpest (auch Tularämie genannt). Der Biber wurde eingeschläfert – ob wirklich die meldepflichtige Erkrankung vorlag, wird voraussichtlich erst am 21. Mai feststehen.

Da die Tularämie als sogenannte Zoonose auch auf den Menschen übertragbar ist, wird nun der Fahrer des Transporters dringend aufgefordert, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Unbehandelt führt die Krankheit bei einem Drittel der infizierten Menschen zum Tode – während eine frühzeitige Antibiotikabehandlung die Hasenpest schnell besiegt (wir berichteten).

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