Grünes Licht für Wildschwein-Zaun

Dänemarks Parlament stimmt für einen Zaun an der deutsch-dänischen Grenze. Damit soll die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest gestoppt werden.

Wildschweine

Foto: Michael Tetzlaff

Der Zaunbau lieg offenbar im Trend: Dänemarks Idee, die deutsch-dänische Grenze mit einem Zaun zu sichern, nimmt Formen an. Sehr konkrete sogar. Wie der Deutschlandfunk heute berichtet, hat das dänische Parlament jetzt für einen Zaun zwischen Deutschland und Dänemark gestimmt. Damit will sich Dänemark vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest schützen.

Verheerende Verluste drohen

Der beschlossene Zaun, der Wildschweine aufhalten soll, wird voraussichtlich 70 Kilometer lang und einen Meter bis 1,50 Meter hoch sein. Noch in diesem Jahr könnte er gebaut werden. Vor allem dänische Landwirte und Fleischproduzenten sollen damit vor verheerenden Verlusten bewahrt werden: Eine Einschleppung der für Wild- und Hausschweine tödlichen Viruserkrankung hätte strenge Ausfuhrverbote zur Folge.

Wirksamkeit wird angezweifelt

Auch wenn der Zaun jetzt beschlossene Sache ist, diskutieren Jäger, Landwirte und Veterinäre weiter über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme. Die einen sagen, der Zaun sei zwar nicht die Wunderlösung, aber immerhin ein Anfang – andere halten ihn für Symbolpolitik und für nutzlos. So zum Beispiel der Dresdner Wildökologe Sven Herzog. Zwar sei ein Zaun beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hilfreich, wenn man damit das Gebiet um den Fundort der infizierten Tiere eingrenze. Ein Zaun, wie Kopenhagen ihn nun beschlossen hat, sei hingegen „albern“.

„Es sind mindestens elf Löcher im Zaun“

Der dänische Jäger Cuurt Jacobsen zweifelte gegenüber dem Deutschlandfunk ebenfalls die Wirksamkeit des Wildschwein-Zauns an. „Und wir haben elf Grenzübergänge, das heißt, es sind mindestens elf Löcher im Zaun. Und'n Schwein, wenn es will – es ist stur – läuft dann am Zaun längs und dann irgendwann findet es dann sein Loch und dann rüber. Hier ist keine Wache oder Grenzkontrolle, hier sind keine Menschen. Und in der Nacht ist hier Totenstille. Da passiert nichts“, sagte er gegenüber dem Radiosender.

Afrikanische Schweinepest breitet sich nach Westen aus

Noch ist die Seuche übrigens nicht in Deutschland angekommen. Noch, weil Experten es für wahrscheinlich halten, dass ein Ausbruch der ASP in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit ist. Die Viruserkrankung grassiert seit einigen Jahren vor allem in Osteuropa und rückt immer weiter gen Westen vor. Einen ähnlichen Grenzzaun wie Dänemark plant auch Polen, allerdings in einer etwas anderen Dimension: Insgesamt bis zu 1000 Kilometer Zaun sollen die östlichen Grenzen dort vor infizierten Wildschweinen schützen (wir berichteten).

Weitere Infos zur Afrikanischen Schweinepest finden Sie hier:

Afrikanische Schweinepest: Was Jäger jetzt beachten müssen
ASP im Fokus (I): Die Jäger und die Seuche
ASP im Fokus (II): Das schafft keine Sau
ASP im Fokus (III): Die Seuche und die Politik
ASP im Fokus (IV): Die Seuche lässt kaum Überlebenschancen
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