Grüne empört die Geheimhaltung bei der Problemwolf-Entnahme 

Niedersachsens Umweltminister will Details der Problemwolf-Abschüsse zum Schutz der Schützen geheim halten. Die Grünen drohen mit Klage.

Schafe mit Warnschild „Problemwolf“ (Foto: iStock/Animaflora)

Schafe mit Warnschild „Problemwolf“ (Foto: iStock/Animaflora)

Minister Olaf Lies (SPD) begründet die Geheimhaltung mit dem Schutz der „in den Vollzug der Genehmigung eingebundenen Personen“. Die Erfahrung zeige, dass diese „umfangreichen Repressalien im persönlichen Bereich ausgesetzt sind“.

Obwohl es sich bei den Schützen nicht um die unter Jagdgegnern besonders verhassten „Hobbyjäger“ handelt, müssen sie mit „Mobbing, Beleidigungen und Angriffen“ rechnen, fürchtet der SPD-Politiker. Was Lies nicht laut sagt: Pro-Wolf-Aktivisten haben die Problemwolf-Entnahme bisher derart mit „Waldspaziergängen“ behindert, dass die Aktionen schier zur Lachnummer wurden.

Außerdem hat das Ministerium offenbar zunehmend Probleme, noch Wolfsjäger zu finden. Viele Revierinhaber hatten von vorneherein erklärt, nicht an der Entnahme mitzuwirken. Solche Zurückhaltung hat sich unter dem Eindruck nicht immer friedlicher Wolfsbefürworter noch weiter verstärkt.

Ob Niedersachsen so auch weiter auf Problemwölfen sitzen bleibt, müssen womöglich Gerichte entscheiden: Christian Meyer, Fraktionschef der Grünen im Landtag, droht in der Sache gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Klage vor dem Staatsgerichtshof. Wenn das Ministerium seinen Auskunftspflichten nicht nachkomme, werde es unmöglich, die Abschüsse vor Gericht zu prüfen.

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