Greifvögel sollen Saatkrähen vertreiben

Saatkrähe

Sie wollen den quälenden Lärm nicht weiter hinnehmen: Weil eine große Saatkrähen-Kolonie ihnen das Leben zur Hölle macht, fordern die Bewohner eines Viertels im oberbayerischen Puchheim nun drastische Maßnahmen. Die lauten Tiere sollen mit Hilfe von Greifvögeln vertrieben werden, wie der Merkur berichtet. 

Anlässlich der jüngsten Stadtratssitzung übergaben die Anwohner Rathauschef Norbert Seidl eine entsprechende Unterschriftenliste, die 725 Mal gegengezeichnet wurde. Der geforderte Falkner soll die Krähen mit Hilfe von „Dienstvögeln“ wie Bussarden, Falken und Habichten aus dem Wohngebiet vertreiben. Eine solche Vergrämungsaktion, deren Gelingen eine monatelange Anwesenheit des Falkners vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung voraussetzt und die bis zu 25.000 Euro kostet, müsste von der Obersten Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern genehmigt werden – fraglich ist, ob dies geschieht.

Auf Nachfrage teilte die oberbayerische Regierung Outfox-World Folgendes mit: „Der Stadt Puchheim liegt eine Genehmigung der Regierung von Oberbayern für bestimmte Vergrämungsmaßnahmen im Bereich der Brutkolonie (optische und akustische Vergrämungsmaßnahmen, Entfernung von Nestern) bis 2020 vor. Die durchgeführten Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Saatkrähenkolonie werden jährlich in einer Begleituntersuchung dokumentiert. Die Stadtverwaltung bewertet die Betroffenheit der Bürger aus kommunaler Sicht. Auf diesen beiden Grundlagen wird der Effekt der Maßnahmen beurteilt und ggf. der Maßnahmenumfang in Abstimmung zwischen der Stadt Puchheim und der Regierung von Oberbayern angepasst.“

Es bleibt also abzuwarten, wie die Entscheidung der Regierung diesmal ausfällt – im Mai 2011 hatte sie eine komplette Vertreibung der Tiere, also den Einsatz eines Falkners oder gar einen Abschuss der Tiere noch abgelehnt. Bürger aus dem Wohngebiet rund um den Friedhof hatten damals ihrer Empörung Luft gemacht. Auf einer Versammlung im Rathaus war es damals beinahe zum Eklat gekommen, als Vertreter der Regierung ihre Entscheidung damit begründeten, dass die Tiere streng geschützt seien. Etliche Versuche, die Vögel von dem Grundstück zu vertreiben, waren in den Folgejahren gescheitert. Diese führten lediglich dazu, dass sich die Krähen nach Osten und Westen weiter ausbreiteten. 

Schon seit Jahren bescheren die Saatkrähen, die sich rund um den Schopflacher Friedhof heimisch fühlen, den Anwohnern unerträglichen Lärm. Zudem sorgen sie für eine flächendeckende Verkotung der Umgebung. Und die Vögel vermehren sich: 303 Nester wurden in diesem Jahr gezählt, im Vorjahr waren es noch 72 weniger. 

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