Gericht sagt Ja zur Jagd

Niederösterreichische Grundeigentümer scheitern vor dem Verfassungsgerichtshof und müssen die Bejagung auf ihren Flächen erlauben.

Hochsitz

Foto: Dieter Hopf

Grundeigentümer in Niederösterreich müssen erlauben, dass auf ihren Flächen gejagt wird. Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat jetzt entschieden, dass Eigentümer sowohl die Bejagung ihrer Liegenschaften als auch die verpflichtende Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft zu dulden haben.

Die Richter wiesen darauf hin, dass die Pflicht zur flächendeckenden Jagd für Waldbesitzer zwar eine Eigentumsbeschränkung darstelle. Die Jagd diene jedoch vor allem angesichts der in Niederösterreich immensen Dichte an Schalenwild dem öffentlichen Interesse der Biodiversität, des Artenreichtums und der Vermeidung von Wildschäden.

Vier Grundeigentümer aus verschiedenen Teilen Niederösterreichs hatten laut einer Pressemitteilung erfolglos bei der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft und in der Folge beim Landesverwaltungsgericht unter anderem aus ethischen Gründen versucht, ihre Grundstücke von der Bejagung auszunehmen. Gegen die abweisenden Entscheidungen erhoben sie Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof und verwiesen dabei auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, nach der die Duldung der Jagd für Grundstückseigentümer, welche die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, eine unverhältnismäßige Belastung darstelle.

Der Verfassungsgerichtshof wies die Beschwerden jedoch ab und stellte fest, dass es sich bei der Zwangsbejagung um eine gerechtfertigte Beschränkung des Eigentums handele. Der Einfluss von Wildtieren auf die Land- und Forstwirtschaft sei in Niederösterreich in sämtlichen Regionen gleichermaßen hoch. Durch eine Herausnahme einzelner Grundflächen würde das System der Wildbewirtschaftung dem Gericht zufolge in seiner praktischen Effektivität gefährdet.

Die flächendeckende Jagdbewirtschaftung solle außerdem gewährleisten, dass angeschossenes und krankes Wild zuverlässig durch den dazu berufenen Jagdausübungsberechtigten erlegt werden kann, was den öffentlichen Interessen der Waidgerechtigkeit sowie der Seuchenvermeidung und Seuchenprävention diene.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!