Gelungenes Schulprojekt: „Vor dem Abitur das ‚grüne’ Abitur“

15 Schüler aus Niedersachsen haben vor der Prüfungskommission der Jägerschaft Lingen die Jägerprüfung bestanden – im Rahmen eines Schulprojekts.

Auf dem Hochsitz

Symbolbild

Um Jugendlichen die Natur näherzubringen, muss man auch mal ungewöhnliche Wege gehen. Das Gymnasium Leoninum Handrup und die Integrierte Gesamtschule Fürstenau haben genau das getan: mit einem gemeinsamen Projekt, in dessen Rahmen 15 Schülerinnen und Schüler jetzt die Jägerprüfung abgelegt haben. Anlass für das Projekt „Vor dem Abitur das ‚grüne’ Abitur“ waren laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung die radikalen Veränderungen im ländlichen Bereich in den vergangenen 20 Jahren.

Den beiden niedersächsischen Schulen war es wichtig, ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur theoretisches, sondern auch praktisches Wissen über Natur- und Artenschutz zu vermitteln. Dies sollte dem Bericht zufolge möglichst „ideologiefrei“ gestaltet sein. Im ersten Teil des Projekts stand also zunächst einmal theoretischer Unterricht auf dem Programm – im zweiten Teil hatten die Schülerinnen und Schüler dann die Möglichkeit, die Jägerprüfung abzulegen. Denn: Eine zeitgemäße Jagdausübung beinhalte praktischen Naturschutz. Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasium Leoninum, Paul Wöste, sagte gegenüber der Zeitung, gerade bei Jugendlichen stelle das Bestreben nach einem Leben in einer intakten Natur ein sehr hohes Gut dar.

Insgesamt konnten je zehn Schüler beider Schulen an dem Projekt teilnehmen. Fünf von ihnen werden die Prüfung aufgrund ihres Alters erst im Sommer absolvieren. Eine Stiftung hat mit einer Unterstützung von 5000 Euro dafür gesorgt, dass die finanziellen Rahmenbedingungen stimmten. Außerdem packten die beiden Inhaber eines Jagdunternehmens aus Fürstenau mit an und sorgten für das nötige Anschauungs- und Übungsmaterial. Den Theorieunterricht am Nachmittag nach der regulären Unterrichtszeit führten ehrenamtliche Fachreferenten durch – teils im Klassenzimmer, teils in der Natur. Auch Übungen am Schießstand gehörten dazu, um den praktischen Umgang mit der Jagdwaffe zu erlernen.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts. Die Schüler haben sich sehr engagiert“, zog Stephan-Heinrich Flohr, Leiter der Sekundarstufe II der IGS Fürstenau, Bilanz. Es sei eine sehr schöne Erfahrung gewesen, dass Schüler und Lehrer zweier unterschiedlicher Schulen ein solches Projekt gemeinsam durchführen könnten, das sicher auch zur Schärfung des praktischen Umweltbewusstseins gedient habe, ergänzte Paul Wöste gegenüber der Zeitung.

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