Geheimnis um weiße Hirsche ist gelüftet

Schon in mittelalterlichen Sagen war von einem weißen Hirsch die Rede, auch heute noch gelten die Tiere als etwas Besonderes. Warum diese aber weiß sind, war bisher unklar. Forscher der Universität Gießen können jetzt eine Antwort auf die Frage geben.

Rothirsche im Nebel

Symbolbild: Tobias Bürger

Warum gibt es weiße Hirsche? Diese Frage haben sich auch Forscher der Universität Gießen gestellt, denn im Norden Hessens wurden die Tiere vermehrt gesehen. Jetzt haben sie endlich die Antwort darauf: Es handelt sich um Rotwild mit einer besonderen Erbanlage, heißt es in einem Bericht von n-tv.

„Wir haben es geschafft, das Gen zu finden, und können genau sagen, wie hoch der Prozentsatz der Träger ist“, sagte Gerald Reiner von der Universität Gießen gegenüber dem Nachrichtensender. Rund 16 Prozent der braunen Hirsche im nordhessischen Reinhardswald würden das Erbgut für das weiße Fell in sich tragen, weiter nördlich seien es sogar 26 Prozent. Jährlich würden aus 1000 Tieren mit brauner Fellfarbe zwei weiße Hirsche hervorgehen, dazu müssten aber beide Tiere, sowohl Hirsch als auch Rottier, das Gen für die weiße Farbe in sich tragen, erklärte Reiner.

Geschätzt sollen rund 50 weiße Hirsche im nördlichsten Hessen leben. Geschützt sind die Tiere zwar nicht, sie werden aber trotzdem nicht geschossen. Denn unter Jägern gibt es den Aberglauben, dass derjenige, der einen weißen Hirsch schießt, kurz darauf stirbt.

Sorgen machen Reinert allgemein alle Rothirsche, und zwar aufgrund des fehlenden Austauschs untereinander. Die Straßen behinderten die Paarung zwischen unterschiedlichen Populationen. „Die genetische Vielfalt in den Populationen hat gelitten“, sagte er. Eine Lösung für dieses Problem seien Grünbrücken über Straßen, erklärte Markus Stifter, Sprecher des Landesjagdverbandes Hessen.

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