Gegen Behördenwillkür scheint kein Kraut gewachsen

Trotz entlastendem Gutachten bekommt ein angehender Jäger keinen Jagdschein. Um die Schmerzen seiner chronischen Erkrankung zu lindern, konsumiert er nämlich medizinisches Cannabis. Für die zuständige Behörde nach wie vor ein Grund, die Genehmigung nicht zu erteilen.

Medizinisches Cannabis

Symbolbild: cheifyc

Peter Jakobs raucht jeden Tag vier Joints und möchte auf die Jagd gehen. Was auf den ersten Blick als eindeutig absurd erscheint, zeigt auf den zweiten Blick ein erschreckendes Beispiel von Behördenwillkür. Jakobs konsumiere nicht etwa aus Drogensucht, sondern aufgrund seiner schweren rheumatischen Erkrankung Morbus Bechterew, berichtet volksfreund.de. Dabei handelt es sich um eine rheumatische Erkrankung der Gelenke, die insbesondere die Wirbelsäule betrifft.

Als einer von wenigen Patienten in Deutschland bekomme der Salmtaler (Rheinland-Pfalz) von seinem Arzt die Cannabisbehandlung verordnet. Eine Rauschwirkung sei dabei weder angestrebt, noch trete sie in seinem Fall ein. Jakobs unterstreicht, dass er sich „voll einsatzfähig und nicht berauscht“ fühle. Ohne die Therapie mit medizinischem Cannabis habe er starke Schmerzen.

Seiner Erkrankung zum Trotz hat der 52-Jährige die Jägerprüfung erfolgreich abgelegt. Für seine zuständige Untere Jagdbehörde bestehen allerdings nach wie vor Zweifel, um ihm den Jagdschein auszustellen. Nach mehreren Monaten der Prüfung verlangte sie ein psychologisches Gutachten, das seine Fähigkeit und Eignung zum Umgang mit Schusswaffen beleuchtet. Nach drei Wochen bestätigt der Psychologe Richard Tank: „Es liegen keine Leistungsdefizite vor.“ Jakobs verfüge über die Eignung und Zuverlässigkeit, um mit Schusswaffen umzugehen. Ohnehin dürfe er immer noch Kraftfahrzeuge führen – ohne Einschränkungen durch das Cannabis.

Trotz des Gutachtens bleibt die Behörde skeptisch, warum gerade dieser Patient nicht die üblichen Ausfallerscheinungen zeigen solle. Sie erteilt ihm keinen Jagdschein – Jakobs nennt dies „unverschämt“. Der Kreis behandele ihn „wie einen Drogenabhängigen“. Er zieht nun vor das Verwaltungsgericht Trier und klagt gegen die Ablehnung.

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