„Friedliche Koexistenz“ – ein absurdes Märchen

Deutsche Schäfer fordern Abschuss aller überzähligen Wölfe – Akzeptanzschwelle überschritten

Das Wettrüsten gegen die stark wachsende Wolfspopulation, wird das Problem mit den intelligenten Raubtieren nicht ansatzweise lösen. (Quelle: Hans Harbig)

Das Wettrüsten gegen die stark wachsende Wolfspopulation, wird das Problem mit den intelligenten Raubtieren nicht ansatzweise lösen. (Quelle: Hans Harbig)

Angriffe von Wölfen auf Schafe und andere Weidetiere haben ein dramatisches Ausmaß erreicht

So sah sich ein Schäfer im Landkreis Uelzen innerhalb von zwei Wochen acht Angriffen in Folge ausgesetzt. Es ist keine Ausnahme mehr, dass Schäfer in Deutschland unter jährlichen Tierverlusten im hohen vierstelligen Bereich zu leiden haben. „Es ist eine Bilanz des Schreckens“, sagt Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung e.V. „Als Schäfer in Deutschland sind wir nur noch fassungslos und wütend – weil wir uns im Klaren sind, dass Bundesumweltministerin Svenja Schulze unsere Tiere nicht schützen wird, sondern im Gegenteil immer schlimmeren Gefahren aussetzt.“

Gesetzliche Schutzmaßnahmen haben versagt

Denn auch gut geschützte Herden sind nicht mehr sicher: Selbst in Gegenwart von Herdenschutzhunden greifen die Wölfe an – und dass immer häufiger. Noch beunruhigender ist die Tatsache, dass die Anwesenheit von Menschen, die Nähe von Straßen und Siedlungen, sie nicht mehr abschreckt.

In Deutschland glaubt man immer noch, dieser Problematik durch höhere Zäune, Herdenschutzhunde oder durch Flatterband begegnen zu können, während man die Wolfsgehege mit vier Meter hohen Zäunen und Überhang sichert: „Die Wundertüte Wolf sorgt dagegen immer wieder für Tatsachen und Überraschungen. Dieses Missmanagement muss nun Konsequenzen nach sich ziehen. Nur Handeln bringt den Wandel – und der Worte sind genug gewechselt worden.“

„Friedliche Koexistenz“ – ein absurdes Märchen

Die „friedliche Koexistenz“ sei ein absurdes Märchen, das NABU und andere Organisation gerne verbreiten. Nur mit Herdenschutzzäunen und Hunden sichert man keine Koexistenz zwischen Weidetieren und Wölfen. Es gibt keine praktikable Herdenschutzmaßnahme, um Wolfsrisse zu verhindern, aber Sie verursachen hohe Kosten und einen enormen Aufwand in den Betrieben. „Die Naturschützer dürfen nicht die Verantwortung für die Wölfe beim Herdenschutz bei den Weidetierhaltern abladen, sondern eine Regulierung der Wölfe in Deutschland ist dringend erforderlich“, so Wendelin Schmücker Vorsitzender des Fördervereins und selbst Berufsschäfer. Die neue Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hilft nicht weiter und eröffnete immer noch nicht den längst überfälligen Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement.

In Wirklichkeit ließen sich Weidetiere auf Deichen oder Almen nicht durch Zäune schützen. Selbst wo Herdenschutzzäune nach den gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz kommen können, würden diese regelmäßig von Wölfen überwunden. Das belegten auch die Ausgleichszahlungen für gerissene Tiere seit der Erstsichtung der Wölfe in Deutschland.

Ausgleichszahlungen sieht Wendelin Schmücker ohnehin skeptisch: „Die große emotionale Belastung durch gerissene Tiere, die zum Teil noch leben, das entsetzliche Leid der Tiere, lässt sich mit Geld nicht wiedergutmachen.“

Das Wettrüsten gegen die stark wachsende Wolfspopulation hingegen, welches die Politik und die Gesellschaft den Schäfern und Weidetierhaltern aufbürdet, wird das Problem mit den intelligenten Raubtieren nicht ansatzweise lösen.

Zum Schutz der Weidetiere fordern die Tierhalter ein aktives Wolfsmanagement

Ein aktives Wolfsmanagement ist unausweichlich zum Erhalt der Weidetiere in Deutschland. „Alle Spielräume des europäischen Naturschutzrechts, die Länder wie Frankreich, Schweden und Finnland nutzen, um eine Schutzjagd zum Schutz der Weidetiere durchzuführen, müssen auch in Deutschland genutzt werden“, so Wendelin Schmücker.

Zuerst muss die FFH-Richtlinie endlich vollständig in nationales Recht umgesetzt werden. Bei der Umsetzung wurden die Entnahmeregeln, die die Schutzjagd ermöglichen nämlich „vergessen“. Das ist sofort nachzuholen! Deutschland muss wie andere Länder auch den günstigen Erhaltungszustand gegenüber Brüssel erklären. Der ist mit 18.000 Wölfen, zu der auch die Wölfe in Deutschland gehören, längst erreicht. Die Tierart Wolf ist als wildlebende, herrenlose Tierart ins Bundesjagdrecht aufzunehmen, um eine einfache Organisation und die Regulierung des Bestandes zu ermöglichen.

 

Quelle: Förderverein der Deutschen Schafhaltung e. V., Berlin

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