Fatale Kettenreaktion nach Wildunfall

Wildschweine queren eine Straße

Symbolbild: Carol Scholz

Im hessischen Lahn-Dill-Kreis haben Wildschweine in der Nacht zu Sonntag eine Massenkarambolage ausgelöst. Nachdem eine 24-Jährige Audifahrerin mit einem Tier kollidiert war, reihte sich ein Unfall an den nächsten.

Laut Polizeibericht blieb die Frau nach dem Zusammenstoß auf dem rechten Fahrstreifen der zweispurig ausgebauten Bundesstraße 49 liegen. Ein Renault prallte  daraufhin auf den Audi, wurde auf die linke Fahrspur geschleudert und streifte einen dort fahrenden Opel, der an der Mittelleitplanke zum Stehen kam. Wenig später fuhr ein BMW auf einen Abschleppwagen auf, der laut einem Bericht der Gießener Allgemeinen zufällig an der Unfallstelle vorbeigekommen war. „Damit nicht genug“, schreibt die Polizei weiter: Denn auf der ebenfalls zweispurig ausgebauten Gegenfahrbahn kam es durch langsam vorbeifahrende Fahrzeuge auch noch zu einem Auffahrunfall. 

Der Polizei zufolge wurden insgesamt sechs Beteiligte verletzt und vorsorglich in Krankenhäuser gebracht. Wie die Gießener Allgemeine berichtet, verendete eins der Wildschweine bei dem Crash. Der Gesamtschaden soll sich auf mindestens 150.000 Euro belaufen.

Die Gefahr von Wildunfällen wird Ende Oktober noch einmal drastisch zunehmen – denn dann werden wieder die Uhren umgestellt. So wird es zwar morgens früher hell, aber nachmittags auch früher dunkel. Der abendliche Berufsverkehr fällt folglich mit der Hauptaktivität der Wildtiere zusammen.

Da es nicht nur nach einer Zeitumstellung (wir berichteten), sondern auch in der Brunft oder während und nach der Ernte vermehrt zu Wildunfällen kommt, engagiert sich die Jägerschaft bundesweit auf vielfältige Weise und auf eigene Kosten, um die Gefahren zu verringern. Jäger bringen Warnreflektoren an (wir berichteten) oder markieren bekannte Gefahrenbereiche für die neuartige Smartphone-App „Wuidi Wildwechsel-Radar“ (wir berichteten).

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