Erneut sorgt eine ganz legale Jagd für Aufregung

Ordnungsgemäße Bejagung von Kanadagänsen im nordrhein-westfälischen Mülheim/Ruhr beunruhigt Radausflügler.

Kanadagänse

Symbolbild: werner22brigitte

Ihre Jagd war völlig rechtens – und doch sind jetzt erneut Jäger durch eine Schlagzeile in ein schlechtes Licht gerückt worden: Wenige Tage, nachdem ein Landwirt aus dem westfälischen Münster sich für eine legale Taubenjagd rechtfertigen musste (wir berichteten), haben es nun Jäger aus Mülheim an der Ruhr in die Zeitung geschafft: „Schüsse auf Gänse schockten Radler“, titelte die NRZ.

Über Gänsekot in öffentlichen Anlagen klagen viele Menschen – aber sobald Jäger dann im offiziellen Auftrag einschreiten, ist der Aufschrei oft groß. Erst kürzlich löste ein tendenziöser Bericht im WDR, über den Outfox-World berichtete, viel Wirbel aus. Jetzt klagte eine namentlich nicht genannte Frau gegenüber der NRZ, sie und ihr Begleiter seien bei einem Radausflug erschrocken, weil Jäger in Höhe eines Campingplatzes auf Kanadagänse schossen. Die Frau sprach von „Geballer direkt über unseren Köpfen“ und sagte: „Ich fühlte mich bedroht.“ Der Vorfall habe sich gegen 20 Uhr ereignet und der Radweg sei belebt gewesen. „Wie kann das sein, wie wird das geregelt?“, fragte die Frau.

Stadtsprecher Volker Wiebels gab gegenüber der NRZ die Antwort: „Das Ganze war rechtens, ohne Einschränkung.“ Das betroffene Areal sei ein klassisches Jagdgebiet. Die Gänse würden vom Himmel geschossen, dabei bestehe für Menschen keinerlei Gefahr, betonte Wiebels. Über das gesamte Vorgehen stimme sich die Stadt als Untere Jagdbehörde mit der Jägerschaft genauestens ab.

Auch die Sprecherin der Mülheimer Kreisjägerschaft, Anke Gleichmar, erklärte, die Jagd sei polizeilich angemeldet gewesen und selbstverständlich habe kein Jäger die Absicht, Menschen zu erschrecken. Ihr sei jedoch bewusst, dass die Schussgeräusche manchen Menschen gewöhnungsbedürftig vorkämen. „Manchmal ist das krass, weil es Leuten fremd geworden ist“, wird Gleichmar in dem Bericht zitiert.

Anders als etwa in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf (wir berichteten) setzen die Verantwortlichen in Mülheim an der Ruhr auf den Abschusss von Gänsen, um deren unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

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