Elche auf der Roten Liste?

Wie sich die Nachrichten gleichen: Schwedens Jäger kämpfen um den Fortbestand der Elchpopulation. Auch mit einer Kampagne zur Finanzierung von Forstpflanzen. Das soll Druck aus der Debatte rund um Verbiss nehmen.

Elchbulle und Elchkuh auf Waldwiese

Foto: skeeze

Wahrheit ist: In den südlichen Landesteilen Schwedens ist der Elchbestand so stark eingebrochen, dass Jäger auf die Bejagung verzichten. Krasses Beispiel: Im Jagdbezirk Nordvästra Gåsinge ist der Winterbestand laut Helikopter-Zählung auf gerade einmal 3,5 Elche pro 1.000 Hektar geschrumpft. Die Jagdgesellschaft hat deshalb beschlossen, auf die bevorstehende Jagd zu verzichten.

Massiv dezimierte Elchbestände sind auch in der übrigen Provinz Södermanland die traurige Realität. Der Elch, kommentiert der Jägerverband, sei zwar noch nicht akut bedroht, aber auf dem Weg dorthin. Abzuwarten, bis das wichtigste Schalenwild des Landes auf der Roten Liste steht, sei keine Option.

Heftigen Widerstand gibt es deshalb auch gegen Pläne, die Abschussplanung künftig zentral in Stockholm bei der obersten Naturschutzbehörde zu organisieren. Bisher sind dafür die Landes- und Regionalbehörden gemeinsam mit den örtlichen Jägervereinigungen zuständig – was eine Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten sicherstellt.

Spannend: Mit seiner landesweiten Aktion „Rettet den Elch“ trägt der Jägerverband aktiv zur Verbesserung der Forst-Situation bei. Aus dem Erlös durch Versteigerungen wertvoller Spenden von Sponsoren (zum Beispiel Allrad-Quads) soll die Anpflanzung von Kiefern an herkömmlichen Kiefer-Standorten finanziert werden.

Jüngste Forschungsergebnisse haben nämlich den Verdacht gestärkt, dass die Bepflanzung mit Fichten an Kiefer-Standorten die dortigen Wildschäden deutlich verstärkt. Außerdem erhärten erste Resultate eines gemeinsamen Untersuchungsprogramms von Jägern und Waldbesitzern den Verdacht, dass dem Verbiss zugerechnete Fichtenschäden in Wahrheit mangelhaftem Pflanzgut geschuldet sind.

So oder so: Schwedens Jägerverband ist entschlossen, die immer kleiner werdende Nahrungsgrundlage des Schalenwilds auch durch Mitfinanzierung standortgerechter Neupflanzungen zu verbessern. Die aktuelle Klimadiskussion, heißt es von dort, dürfe kein Vorwand sein, den Druck auf die ohnehin – auch durch Wölfe – stark schrumpfende Population der Elche zu verschärfen.

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