Ein Wolfsriss-Video befeuert die Debatte

Neue Munition für die Wolfsdebatte: In der EU ist der Bestand mit mindestens 13.000 Tieren zukunftssicher. Und ein Video aus Polen erregt die Gemüter. 

Ein Rudel Wölfe im Wald.

Ein Rudel Wölfe im Wald. (Foto: jggrz)

Zunächst das Video eines polnischen Jägers: Es zeigt den grausamen Tod von zwei Hunden bei der Begegnung mit einem Wolfsrudel. Nicht nur nach Facebook-Maßstäben eher was für starke Nerven. Aber 1,3 Millionen Nutzer haben sich den Wildkamerafilm schon am ersten Tag angetan. 

Entsprechend geht es im Internet hoch her. Hier die Meinung, dass Hunde nachts ins Haus gehören und Besitzer deshalb selber schuld sind. Dort das Entsetzen von Tierfreunden, die sich das reale Zusammenleben mit dem Wolf bisher etwas entspannter vorstellten. Aber sehen Sie selbst, Jäger halten sowas aus: https://www.facebook.com/radoslawdominowski/videos/2464536053761816/UzpfSTEwMDAwMDcyNjI5MDA5MzoyODgxOTczMDk1MTcwMjA1/ 

Der zweite aktuelle Aufreger: Professor Luigi Boitani, Leiter der EU-Expertengruppe für die großen Raubtiere, schätzt den Wolfsbestand in den Mitgliedstaaten auf 13.000 bis 14.000 Tiere und hält diesen damit für stabil. In Deutschland beispielsweise sei die Population im Durchschnitt um jährlich 34 Prozent gewachsen, seit es dort wieder Wölfe gibt. Rund 50 wolfskritische Organisationen kamen bei der Parlamentsanhörung in Brüssel ebenfalls zu Wort. Sie finden: Der aktuelle Bestand an Raubtieren ist mehr als genug.

Der slowenische Weidetierhalter Stanislav Bergant brachte die Sorgen des Berufsstands auf den Punkt: „Entweder wir behalten unsere Kulturlandschaft im alpinen Raum oder lassen die Landschaft zuwuchern, weil die Landwirte aufgeben.“ Schlimmer noch als die materiellen Schäden, sagt Bauer Bergant, sei die psychische Belastung vieler Kollegen nach Wolfsangriffen. Mit Romantik sei der Konflikt nicht zu lösen. Sondern nur mit Blick auf die Realität: „Wölfe sind keine harmlosen großen Fleischfresser.“

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