Ein Hoch auf die Försterinnen!

Immer mehr Frauen interessieren sich für die Hege des Waldes.

Wald

Die Wald- und Forstwirtschaft war immer eine klassische Männerdomäne. Doch auch immer mehr Frauen interessieren sich mittlerweile für den Beruf der Försterin. Deutschlandweit steigt die Zahl der Frauen im Forstbereich stetig an. Auch in Niedersachsen gibt es eine Tendenz zu mehr Frauen in den Wäldern, wie die Nordwest-Zeitung (NWZ) berichtet. Bislang machen die 44 Försterinnen in den Landesforsten zwar nur einen Anteil von 8,4 Prozent aus, am Nachwuchs ist aber eine eindeutige Entwicklung zu erkennen.

Wie Landesforsten-Sprecher Reiner Baumgart gegenüber der NWZ sagte, gibt es aktuell in der Gruppe der Anwärter, Trainees und Referendare neben 72 Männern auch 25 Frauen, die Förster werden wollen. Rund ein Drittel der Auszubildenden, die im vergangenen Herbst mit ihrer Ausbildung begonnen, waren Frauen. 2015 fingen sogar genau so viele Frauen wie Männer die Ausbildung an. „Der Trend ist eindeutig, der Forstberuf ist keine Männerdomäne mehr“, erklärte Baumgart.

Eineinhalb bis zwei Jahre dauert die praktische Ausbildung in einer Revierförsterei oder einem Forstamtsbüro. Nach bestandener Prüfung können die jungen Försterinnen und Förster dann eigene Reviere leiten oder als Spezialisten in verschiedenen Bereichen arbeiten.

Försterin Katharina Blass erzählte der NWZ, was für sie den Reiz ihres Berufes ausmacht: „Mich lockt die Vielseitigkeit und dass man einfach draußen ist, der Wechsel der Jahreszeiten und dass jedes Jahr anders ist – das finde ich reizvoll!“ Auch Anwärterin Martina Cordes schätzt, dass sie bei der Arbeit im Freien ist und die Natur genießen kann.

Christiane Lorenz-Laubner, Försterin im niedersächsischen Braunlage, ist zweite Vorsitzende des bundesweit aktiven Vereins „Frauen im Forstbereich“. Ihren Angaben zufolge ist der Anteil der Försterinnen in Westdeutschland am geringsten. Sie vermutet in der NWZ, dass sich das Bild des männlichen Försters in den alten Bundesländern so verfestigt hat, dass es nur wenige Frauen gibt, die den Beruf überhaupt für sich in Betracht ziehen. In Ostdeutschland seien die Berufschancen für Frauen zu DDR-Zeiten wohl höher gewesen. So erklärt sie sich, dass es in Westdeutschland noch immer weniger als zehn Prozent Försterinnen gibt, in ostdeutschen Bundesländern wie Thüringen aber sogar 23 Prozent.

Forstanwärterin Martina Cordes hat während ihres Studiums bemerkt, dass Frauen in den Forsten noch weit unterrepräsentiert sind. Sie sieht das aber nicht problematisch. „Ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht – eher im Gegenteil: Die Kollegen freuen sich über den weiblichen Nachwuchs.“

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!