DJV fordert bessere ASP-Bekämpfung

Ein Jahr nach Einschleppung: Die Afrikanische Schweinepest breitet sich unvermindert aus in Deutschland. DJV kritisiert den Flickenteppich an Zuständigkeiten und Vorschriften. In einem 16-Punkte-Papier fordert der Verband eine bessere Zusammenarbeit und mehr Unterstützung der Jäger. 

Effizientere ASP-Prävention: DJV legt 16-Punkte-Papier vor. (Quelle: Mross/DJV)

Effizientere ASP-Prävention: DJV legt 16-Punkte-Papier vor. (Quelle: Mross/DJV)

Seit Mitte September 2020 breitet sich die Afrikanischen Schweinepest (ASP) unvermindert in Deutschland aus. Über 2.000 Nachweise gibt es inzwischen bei Wildschweinen und drei bei Hausschweinen. Betroffen sind mittlerweile sieben Landkreise in Brandenburg und einer in Sachsen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert in seinem kurz vor der ASP-Sonderkonferenz der Agrarminister veröffentlichten 16-Punkte-Papier einen ineffektiven Flickenteppich von Zuständigkeiten und Vorschriften. Eine Eindämmung der ASP sei nur möglich, wenn Ausbruchsherde künftig schnell isoliert werden. Hierfür müssten dringend Arbeitsabläufe überarbeitet und Infrastruktur geschaffen werden. 

"Das Virus kennt keine Kreis- oder Ländergrenzen. Deshalb müssen alle Ebenen von Politik und Verwaltung auf Landes- und Bundesebene künftig konsequent und transparent zusammenarbeiten", sagte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Die Jäger in Deutschland seien sich ihrer wichtigen Rolle bei der Seuchenprävention bewusst. Für die verstärkte Bejagung von Wildschweinen brauche es aber mehr Anreize, so Dr. Böhning. Jäger sind laut DJV bereit, den Wildschweinbestand in den Restriktionszonen und darüber hinaus weiter zu reduzieren. So hat es das ASP-Virus schwerer, sich auszubreiten.  Die Behörden müssen allerdings jetzt praxistaugliche Voraussetzungen schaffen.

Im 16-Punkte-Papier fordert der DJV unter anderem wesentlich mehr Kühlräume zur Zwischenlagerung für vermarktungsfähiges Schwarzwild in Pufferzonen. Auch ein abgabe- und steuerfreies Prämiensystem schafft Anreize für verstärkte Bejagung. Die Bürokratie, die derzeit mit Prämienzahlungen verbunden ist, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Weitere Forderungen des Dachverbands der Jäger:  flächendeckend Annahmestellen für ASP-Monitoring-Proben, die rund um die Uhr zugänglich sind, hygienisch einwandfreier Betrieb von Kadaversammelstellen, intensivere Ausbildung von Kadaverspürhunden nach einheitlichen Standards und Stärkung der Direktvermarktung von Wildbret. 

Das 16-Punkte-Papier des DJV zur ASP-Prävention gibt es hier.

 

Quelle: Deutscher Jagdverband e. V. (DJV), 31. August 2021, Berlin

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