Der royale Bär ist wieder da

Schwedens Könige und die Jagd: Es darf gern auch was Größeres sein

Ein Braunbär (Symbolbild: Gerhard G.)

Ein Braunbär (Symbolbild: Gerhard G.)

Jagdliches für die Regenbogenpresse: In Schweden klauten Einbrecher den ausgestopften Braunbären, der im Jahr 1895 von König Oscar II. erlegt worden war. Aber schon nach einer Woche wurde den Dieben ihre Beute zu heiß. Sie stellten das Präparat in finsterer Nacht vor den Haupteingang des Kulturhauses der Gemeinde Rättvik. Dort darf er nun weiter als Zeugnis der königlichen Jagdtradition bewundert werden.

Bis heute ist die Bernadotte-Dynastie nicht anfällig für Tierrechtler-Proteste. Der amtierende König Carl-Gustav lässt keine Elchjagd-Premiere aus. Im vergangenen Herbst stand das allerdings auf der Kippe, weil selbst im royalen Revier in der Provinz Bergslagen die Elchpopulation eingebrochen ist.

Was nicht nur Royal-Fans interessieren dürfte: Die Gegend um Rättvik am mittelschwedischen Siljansee gehört bis heute zu den Regionen mit der höchsten Braunbären-Dichte weltweit – und die Raubtiere werden dort bis heute regulär bejagt, um die Population auf ein verträgliches Maß zu begrenzen. Offenbar mit Erfolg: Im Gegensatz zu Zwischenfällen mit Wölfen sind Nutztierrisse durch Bären überaus selten.

Hintergrund des ziemlich entspannten Miteinanders: Verhaltensauffälligen Bären machen die Behörden in der Regel schnell den Schutzjagd-Prozess. Und die großen Rentierweide-Gebiete werden ohnehin bärenfrei gehalten. Was der Population und der Akzeptanz durch die Einheimischen offenbar nicht schadet.

Auch noch interessant: Der Mann, der kürzlich im Rahmen einer Schutzjagd den größten jemals in Schweden erlegten Braunbären streckte, darf nun wenigstens das Fell behalten. Grundsätzlich werden Schutzjagd-Bären aber weiterhin nach der Obduktion im Krematorium der Veterinär-Hochschule verbrannt. Was nicht nur Gastwirte, die sich auf Wildgerichte spezialisiert haben, gewaltig ärgert.

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