Der EU-Spitzenkandidat und die Wölfe

Mit der Hoffnung, dass Politiker zur Europawahl vor der Pro-Wolf-Lobby einknicken, ist es nicht weit her. Nun hat auch CSU-Mann Manfred Weber, Spitzenkandidat der Volksparteien, ein bemerkenswert kritisches Interview zum Wolfsschutz gegeben.

Wölfe

Foto: Dieter Hopf

Sicher scheint: Allen größeren Parteien – auch den Grünen – ist im Wahlkampf-Endspurt anzumerken, dass sie im Wolf nicht den großen Stimmenmagnet sehen. Sozialdemokraten, wie Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, drängen sogar trotz Dauer-Shitstorm auf diversen Internetseiten offen auf konsequenteres Raubtiermanagement.

Nun auch die Konservativen: Im Interview mit Schwedens größter Jäger-Zeitschrift „Svensk Jakt“ verspricht Spitzenkandidat Manfred Weber (CSU) weniger Einmischung der EU-Kommission in Fragen der Wolfsbejagung. Es sei Sache der Mitgliedsländer, die Größe ihrer Wolfspopulationen zu bestimmen – sowohl unter Aspekten des Artenschutzes als auch mit Rücksicht auf die bäuerliche Landnutzung.

Wörtlich sagte der CSU-Politiker, der gute Aussichten auf den Posten des Kommissionspräsidenten hat: „Auf der einen Seite müssen wir Natur und Wildtiere schützen – und gleichzeitig die Interessen der Landbevölkerung. Aus meiner Sicht lag das Hauptgewicht bisher auf dem Bewahren – auf Kosten der Landbevölkerung.“

Weber spricht sich deshalb klar dafür aus, den EU-Artenschutz regelmäßig den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen: „Wenn ein Mitgliedsland nachweist, dass bei einer Art der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist, sollte die Kommission den Schutzstatus dieser Art ändern. Dazu muss allerdings das jeweilige Mitgliedsland aktiv werden und die Kommission in ihrer Arbeit unterstützen.“

Hintergrund: Schweden hat nach Anhörung wichtiger Verbände und Experten den „günstigen Erhaltungszustand“ der Wolfspopulation auf 270 Tiere festgelegt. Die oberste Naturschutzbehörde hat auf 300 Wölfe nach oben korrigiert, ohne das Parlament erneut mit der Frage zu befassen.

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