Das Volk schreit nach Insekten-Gift

Spannende Herausforderung für das „Gute Gewissen“: Mit dem Beginn der BadeSaison wird in Bayern um die großflächige Vergiftung der Stechmücken gerungen. Und das nur wenige Wochen nach dem erfolgreichen Volksbegehren gegen das Insektensterben.

Stechmücke

Foto: Greg Montani

Wir verbeißen uns die Häme, so gut es eben geht. Aber zu verschweigen, dass das sogenannte Bienen-Volksbegehren das erfolgreichste Plebiszit aller Zeiten war im Freistaat, wäre wohl nicht im Interesse der guten Sache. Ebenso gehört zur Wahrheit, dass die Kommunalpolitiker in zahlreichen Erholungsregionen schon vor dem Volksentscheid den Verzicht auf die chemische Keule beschlossen hatten.

Aber kaum schwärmen die Insekten, gibt es wieder Druck vom Volk. Diesmal für die Rückkehr zu den alten Methoden. Obwohl der Bund Naturschutz warnt: Wie das Gift auf nützliche Insekten wirke, sei bisher nicht erforscht. Aber das interessiert anscheinend auch Leute wenig, die sonst schon Schnappatmung bekommen, wenn sie das Wort „Agrarchemie“ nur hören.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet umfänglich über den geballten Bürger-Widerstand gegen den akuten Insektenschutz. Tourismusmanager und das Beherbergungsgewerbe sorgen sich ums Sommergeschäft. Brave Familienväter zählen die Einstich-Spuren am verängstigten Nachwuchs. Und wünschen sich wohl insgeheim die Abwehrsprays von früher zurück, als diese noch nicht „öko“ sein mussten.

Wir halten es lieber mit Kai Frobel vom BUND, der mitten in der aufziehenden Mainstream-Panik die Leser der Süddeutschen daran erinnert, wie wichtig Insekten als Nahrung für Vögel und Fische sind.

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